Das europäische Entry-Exit-System (EES) ist seit Freitag am Flughafen Wien sowie an allen weiteren internationalen österreichischen Flughäfen in Kraft. Das vermeldeten Innenminister Gerhard Karner (ÖVP), Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, Gruppenleiterin Elisabeth Wenger-Donig und Flughafen-Wien-Vorstand Günther Ofner.
"Das Entry-Exit-System ist in Vollbetrieb und somit ein wichtiger Schritt bei der konsequenten Umsetzung des europäischen Asylpakts", sagte Karner, der auch auf erste Erfolge verwies: "Dank der flächendeckenden Registrierung bei der Einreise aus Nicht-EU-Staaten konnten die illegalen Einreiseversuche um über 30 Prozent reduziert werden."
Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, sagte: "Durch die Digitalisierung wurden die Grenzkontrollen an den Flughäfen effizienter. Zusätzlich unterstützt uns das System bei der Identifizierung von Verdächtigen und bei der Aufklärung von schweren und terroristischen Straftaten."
Wenger-Donig betonte, dass "ein neues Zeitalter an den europäischen Außengrenzen" beginne. "Das Stempeln des Reisepasses bei der Ein- und Ausreise ist Geschichte und die automatisierte Erfassung von biometrischen Daten sowie Reisedaten die neue Regel", so die Gruppenleiterin.
An den österreichischen Flughäfen gibt es seit der Inbetriebnahme des EES im Oktober 2025 keine wesentlichen Veränderungen der Wartezeiten. Das System hat eine präventive Wirkung – so konnten weniger missbräuchliche Wiedereinreiseversuche nach einer Aufenthaltsüberziehung verzeichnet und auch Identitätsbetrug mit neuen Reisedokumenten frühzeitig erkannt und geahndet werden.
Außerdem trägt das EES zu einer effektiveren Aufdeckung von Missbrauchsfällen bei: Durch die flächendeckende digitale Erfassung mittels EES konnten mehr Aufenthaltsübertretungen angezeigt werden. Das EES trägt dadurch wesentlich zu einem starken europäischen Grenzschutz bei und ist ein wichtiger Baustein bei der Umsetzung des europäischen Asylpakts.
Das EES erfasst Ein- und Ausreisen von Personen aus Drittstaaten sowie biometrische Daten wie Fingerabdrücke und das Gesichtsbild. Dadurch können illegale Aufenthalte leichter aufgedeckt, Visumsüberziehungen automatisch erkannt und Identitätsbetrug verhindert werden. Betrieben wird das System an den Außengrenzen der sechs österreichischen Flughäfen und an 23 Flugfeldern. Zusätzlich sind auch mobile Geräte für den Grenzschutz im Einsatz.
"Mit dem neuen Entry-Exit-System werden ab heute 100 Prozent der Reisenden aus dem Non-Schengen-Raum biometrisch erfasst – das erhöht die Sicherheit und verhindert Identitätsbetrug. So kann wirksam kontrolliert und erfasst werden, wer einreist und wie lange sich jemand hier aufgehalten hat. Der Ausbau hat 16 Millionen Euro gekostet", erklärte der Vorstand der Flughafen Wien AG.