Ärger mit EU-System

Flughäfen schlagen Alarm: Zu Ostern droht Mega-Chaos

Flughafen- und Airline-Verbände warnen! Wegen eines neuen nicht ausgereiften EU-Grenzsystems drohen zu Ostern stundenlange Wartezeiten auf Airports.
Team Wirtschaft
31.03.2026, 19:11
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Wegen der verpflichtenden Einführung des neuen Schengen-Einreise-Ausreise-Systems EES drohen ausgerechnet zur Oster-Hauptreisezeit massive Beeinträchtigungen. Konkret könnte es laut europäischem Flughafenverband ACI EUROPE und Airline-Dachverband Airlines for Europe (A4E) bei der Einreise in den Schengen-Raum zu massiven Wartezeiten kommen.

Bereits die verpflichtende Registrierung von 50 Prozent der Drittstaatsangehörigen mit 10. März hätte laut neuesten Daten von Flughäfen in ganz Europa zu einer anhaltenden Verschlechterung der Wartezeiten bei Grenzübertritten geführt. Zu Stoßzeiten würden diese regelmäßig bis zu zwei Stunden betragen, an einigen Flughäfen sogar noch länger.

Selbst bei Chaos: System muss durchgehend laufen

Dazu käme es, obwohl Grenzkontrollbehörden derzeit – noch – die Möglichkeit haben, die EES-Checks teilweise oder vollständig auszusetzen, um Reisespitzen bewältigen zu können. Diese Maßnahmen hätten sich als unerlässlich erwiesen, um den Betrieb aufrechterhalten zu können.

Nichtsdestotrotz gilt ab sofort (31. März) die verpflichtende Registrierung für 100 Prozent der Drittstaatsangehörigen, am 9. April endet zudem auch noch die Übergangsphase. Danach können Mitgliedstaaten das System nicht mehr vollständig aussetzen – selbst bei Chaos.

Airlines und Flughäfen wollen längere Übergangsfrist

Flughäfen und Airlines warnen daher vor einer weiteren Verschlechterung der Lage. Sie fordern einmal mehr von der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten, die Möglichkeit zur vollständigen oder teilweisen Aussetzung des Systems – sofern betrieblich notwendig – für die gesamte Sommersaison 2026 zu verlängern.

Diese Flexibilität habe sich als entscheidend erwiesen, "um katastrophale Betriebsstörungen während der schrittweisen Einführung des Systems zu verhindern". Sollten die technischen und betrieblichen Probleme mit EES nicht gelöst werden können, müsse diese Flexibilität auch zu künftigen Hauptreisezeiten erhalten bleiben, etwa im Winter 2026/2027.

Mängel bisher nicht behoben

Was die Verbände ärgert: Trotz des fortgesetzten Dialogs mit Behörden seien festgestellte Probleme bisher weitgehend ungelöst geblieben. Dazu zählen etwa Personalmangel bei Grenzchecks und technische Mängel sowie Wartungsschwierigkeiten bei den Selbstbedienungskiosken. Zudem gebe es weiterhin Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit. Auch eine Vorab-Registrierungs-App werde bislang nur von Schweden und Portugal eingesetzt.

Warnung vor "beispiellosen Herausforderungen"

Vor diesem Hintergrund äußern Europas Flughäfen und Fluggesellschaften ernsthafte Bedenken nicht nur für die kommende Sommersaison, sondern bereits jetzt für die nächsten Wochen. Die Kombination aus vollständiger Registrierungspflicht und eingeschränkter operativer Flexibilität dürfte die Grenzkontrollen vor beispiellose Herausforderungen stellen.

Lange Wartezeiten könnten Dauerzustand werden

Für die Osterzeit rechnen die Organisationen mit steigenden Wartezeiten für Nicht-Schengen-Passagiere, da künftig alle Grenzübertritte mit biometrischen Daten registriert werden müssen. Gleichzeitig warnen sie davor, Wartezeiten von einer Stunde oder mehr an den Außengrenzen zur Normalität werden zu lassen. Das würde sowohl das Reiseerlebnis der Passagiere als auch die Effizienz des europäischen Luftverkehrssystems beeinträchtigen.

Grundsätzlich unterstütze man die Ziele von EES zur Stärkung von Grenzmanagement und Sicherheit. Die Umsetzung müsse jedoch praktikabel sein und dürfe nicht zulasten von Passagieren und des reibungslosen Flughafenbetriebs gehen.

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