Österreich ist zwar unterm Strich gut mit Eiern versorgt, dennoch bleibt die Lage bis Ostern angespannt. Das erklärte Günther Wenninger, Obmann der Erzeugergemeinschaft Frischei, bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit AMA-Marketing in Wien. Trotz voller Produktion könne es in Supermärkten bei bestimmten Angeboten immer wieder zu Engpässen kommen.
Ganz leer sind die Regale aber nicht, so Wenninger. "Das heißt ja nicht, dass es keine Eier zu kaufen gibt", stellte er klar. Vielmehr seien "einige Segmente leer". Wer seine gewohnte Packung nicht finde, müsse flexibel sein: "Dann bitten wir Sie, auf Alternativen im Regal zu greifen." Seine zentrale Botschaft: "Es wird jeder sein Osterei im Körberl haben können."
Der Druck kommt dabei vor allem von außen. Wenninger verwies auf europaweite Probleme: Abseits von Österreich gebe es große Seuchenzüge, wie Vogelgrippe und ND (Newcastle-Krankheit bzw. Pseudo-Geflügelpest, Anm.). Diese hätten Millionen Hühner getötet und die Märkte massiv verknappt. Weil Österreich nicht vollständig selbstversorgt ist – aktuell liegt der Eigenversorgungsgrad inklusive nicht amtlich erfasster Legehendln im Garten wohl bei rund 95 Prozent – schlagen diese Entwicklungen direkt auf die heimischen Regale durch.
Zusätzlich verschärft die Nachfrage die Lage. Laut Martin Greßl von der AMA-Marketing steige der Konsum weiter: Rund 250 Eier essen die Österreicher im Schnitt pro Jahr. Allein 2025 wurden im Lebensmittelhandel eine Milliarde Eier verkauft – trotz gestiegener Preise. Eier seien damit ein Grundnahrungsmittel, "das kaum in einem Haushalt fehlt".
Ein zusätzlicher Faktor: Auch Gastronomie und Großverbraucher greifen verstärkt im Supermarkt zu. Laut Wenninger kaufen viele Betriebe dort ein, weil andere Bezugsquellen fehlen oder teurer geworden sind. Dadurch entstehen im Handel zusätzliche Lücken.
Entspannung ist zwar in Sicht, aber nicht sofort. Laut Wenninger sollen im nächsten Jahr rund 480.000 neue Legehennenplätze entstehen, zumeist in der Haltungsform Freiland. Damit könne die Versorgung im Handel um etwa zehn Prozent verbessert werden.
Warum der Ausbau nicht schneller geht, hat mehrere Gründe. Laut Wenninger würden zwischen Planung und Bau eines Hühnerstalls oft zwei bis fünf Jahre vergehen. Genehmigungen und Einsprüche verzögerten Projekte, manche Landwirte würden sogar aufgeben. Gleichzeitig sei in den vergangenen Jahren wegen hoher Kosten, Corona und Ukraine-Krieg weniger investiert worden, zudem seien die Eierpreise "wenig motivierend" gewesen.
Stichwort Preise – hier zeichnet sich ebenfalls Bewegung ab. "Man kann davon ausgehen, dass auch die Preise leicht anziehen werden", sagte Wenninger. Die Höhe? Noch offen, entsprechende Verhandlungen sind derzeit noch am Laufen.