Zwei Jahre steckte Österreich in der Rezession, 2025 konnte erstmals wieder ein leichtes Plus von 0,7 Prozent beim Wirtschaftswachstum verzeichnet werden. Der darauffolgende Sparplan dämpfte die Dynamik alsbald wieder, trotzdem verlief der Jahresstart 2026 durchaus positiv.
Wie die Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in ihrer am Dienstag veröffentlichten Prognose mitteilt, gibt es durch den am 28. Februar ausgebrochenen Iran-Krieg aber wieder einen herben Dämpfer. Im Dezember wurde ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent prognostiziert – dieser Wert wurde nun auf 0,5 Prozent nach unten korrigiert. Die OeNB erwartet für 2027 und 2028 immerhin wieder ein Wachstum von rund 1 Prozent.
Die aktuelle Inflationsprognose wird wesentlich von den zugrundeliegenden Markterwartungen für die globalen Rohstoffpreise geleitet. Die OeNB erwartet, dass die österreichische Inflation bis Mai 2026 auf knapp über 3,0 Prozent ansteigt, bevor sie bis Ende des Jahres auf rund 2,5 Prozent zurückgeht.
Für das Gesamtjahr 2026 wird nach aktuellem Stand eine Inflationsrate von 2,7 Prozent prognostiziert, gefolgt von einem graduellen Rückgang auf 2,3 Prozent im Jahr 2027 und 2,1 Prozent im Jahr 2028. Die Unsicherheit hat sich seit Beginn des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten deutlich erhöht, weshalb für die Inflationsprognose in Österreich deutliche Aufwärtsrisiken bestehen.
"Die weitere Entwicklung des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten und seine Auswirkungen auf die Energiepreise, die Finanzmärkte und das Vertrauen der Wirtschaftsakteure sind aktuell höchst unsicher", führt Gouverneur Martin Kocher weiter aus. Schlimmstenfalls könnte das Wirtschaftswachstum auf negative -0,2 Prozent sinken und die Inflation auf 4,2 Prozent steigen.