Nach langen Ermittlungen wurde ein Schmiergeld-Sumpf in den Wiener Gemeindebauten trockengelegt, zu Beginn des Mega-Prozesses standen 53 Angeklagte vor dem Richter. Der Gesamtschaden betrug 170.000 Euro. Drei Hauptangeklagte sollen ein Schmiergeldsystem aufgezogen haben, die Härte des Gesetzes bekamen sie nicht wirklich zu spüren. Der Firmenchef (58), sein Geschäftsführer und die Buchhalterin fassten jeweils 15 Monate bedingte Haft wegen "Vorteilszuwendung" aus (nicht rechtskräftig).
Der Hauptangeklagte (58) leitete verschiedene Handwerksbetriebe, nutzte ab 2011 eine Lücke im Meldesystem für Schadensfälle bei "Wiener Wohnen" aus. Die eigenen Mitarbeiter gingen in frei zugänglichen Bereichen auf Schadenssuche, erfanden teilweise Beschädigungen. Die Werkmeister gaben Reparaturaufträge, wurden dafür mit Tankgutscheinen, Vignetten oder Bargeld von 50 bis 800 Euro pro Monat "bei Laune gehalten", wie der Richter ausführte.
Ein ehemaliger Wiener-Wohnen-Mitarbeiter soll sogar 15.000 Euro Schmiergeld in Form von Gutscheinen erhalten haben. Der hauptangeklagte Firmenchef leugnete die Vorwürfe. Laut Richter sei das "völlig unglaubwürdig" gewesen.
Drei ehemalige Werkmeister wurden in dem seit dem Vorjahr laufenden Verfahren bereits zu bedingten Haftstrafen zwischen einem Monat und drei Monaten verurteilt. Die Fälle von rund 40 mitangeklagten ehemaligen Werkmeistern wurden per Diversion erledigt.