Gersthofer Platzl: SPÖ warnt vor massivem Stau

Das Gersthofer Platzl in Wien soll umgestaltet werden  doch über das Wie scheiden sich die (Partei-)Geister.
Das Gersthofer Platzl in Wien soll umgestaltet werden doch über das Wie scheiden sich die (Partei-)Geister.Bild: Stadt Wien

Die vom Bezirk vorgelegten Umbaupläne beinhalten etliche Fehler, die etwa zu mehr Staus führen würden, kritisiert die SPÖ. Ob dennoch gebaut wird, sollen die Währinger enscheiden.

Das Gersthofer Platzl soll verkehrssicherer, grüner und attraktiver werden. Darüber sind sich alle Bezirksparteien einig. Wenn es jedoch um Weg dahin geht, gehen die Meinungen auseinander.

Wie berichtet, will Bezirkschefin Silvia Nossek (Grüne) das Gersthofer Platzl soll zu einem attraktiven Grätzlzentrum machen.

Die Planung sieht fünf neue Bäume direkt am Platzl sowie 75 Quadratmeter neue Grünfläche vor. Der Markt soll durch mehr Platz, mehr Grün und zusätzliche Sitzgelegenheiten aufgewertet werden, der Bus 10A soll durch die Verlängerung der Busspur beschleunigt werden.

Doch genau das kann die Bezirks-SPÖ nicht glauben. Sie übt Kritik an dem geplanten Wegfall einer Fahrspur und befürchtet massiven Stau, der Autos und Busse gleichermaßen ausbremst.

SPÖ sieht erste Fehlplanungen

"Die gesamte Neugestaltung der Gersthofer Straße bis zum Gersthofer Platzl ist ein Großprojekt, das an die zwei Millionen Euro kostet. Bereits erfolgt ist der Umbau der Gersthofer Straße vom Lidlberg zur Wahringer Straße. Hier zeigen sich leider Fehlplanungen, die Umwege und klimaschadliche Staus verursachen, weil beispielsweise auf die Errichtung einer Busspur vom Lidlberg bis zur Kreuzgassenbrucke verzichtet wurde. Staus, in welchen auch die Fahrgaste der Buslinien 10A und 42A stecken", so die SPÖ.

Durch neue Abbiegeverbote Richtung Gersthof komme es zu zusatzlichem Autoverkehr, weil Umwege gefahren werden mussen. Und weil das Öffi-Netz in Währing noch dünn ausgebaut ist, könnten viele Währinger nicht auf das Auto verzichten, argumentieren die Roten.

SPÖ kritisiert Wegfall von Fahrspur und befürchtet Stau

Die SPO Währing betont, sie sei natürlich für Verbesserungsmaßnahmen im Bereich des Gersthofer Platzls, fur mehr Verkehrssicherheit fur Fußgeher, fur eine Forderung des Offentlichen Verkehrs sowie fur eine Verbesserung der Aufenthaltsqualitat durch Baumpflanzungen und mehr Platz fur Fußgeher. Nur halt nicht mit der aktuellen Planung.

Denn die derzeitigen Umbauplane würden die Situation am Platzl nicht verbessert. Stattdessen würde der Wegfall einer Fahrspur den Bus- und Autoverkehr auf die eine verbleibende Spur verengen und so für Stau sorgen. Und wegen des geplanten neuen Fahrradstreifens müsse die Haltestelle des 10A von den Straßenbahnen verlegt werden.

Stattdessen schlägt die SPÖ vor, die Busspur von der Kreuzgassenbrucke bis zum Gersthofer Platzl zu verlangern und dort die Haltestelle fur den Bus vor oder in die Busspur zu verlegen, wodurch der Gehsteig um den derzeitigen Haltestellen-Streifen verbreitert und mit Baumen bepflanzt werden konnte.

Grüne Bezirkschefin kontert: "Platzl wird verkehrsmäßig ruhiger"

Die Angst vor einem "Mega-Stau" kann Bezirkschefin Nossek nicht nachvollziehen: "Der sogenannte 'Stau' wird durch das Radwegprojekt von der Wattgasse bis Gersthof erzeugt – aber das Projekt ist bereits abgeschlossen! Es ist ein Projekt der Stadt, das von der SPÖ im Rathaus mitbeschlossen wurde. Am Verkehrsfluss ändert sich jetzt nichts mehr, da bereits einspurig auf Gersthof zugefahren wird. Im Gegenteil, im Bereich rund ums Platzl wird es verkehrsmäßig ruhiger und entschleunigter werden. Und vor allem sicherer für Kinder und ältere Menschen", betont Nossek.

Die Umgestaltung zu einem lebenswerten und sicheren Gersthofer Platzl sei im Vorfeld zwei Jahre lang in den Bezirksgremien und in einem breiten Beteiligungsprozess intensiv diskutiert worden. Von Wiener Linien über die Wirtschaftskammer bis zu den ansässigen Geschäftsleuten sei das Projekt von allen begrüßt worden. "Die Entscheidung liegt jetzt bei der Bezirkspolitik und damit auch bei der SPÖ. Und wenn ihr jeder Quadratzentimeter für den Autoverkehr wichtiger ist, als die Sicherheit der vielen umsteigenden und einkaufenden Menschen dort, dann sollte sie das auch sagen, und sich nicht hinter Ablenkungsmanövern verstecken", kontert Nossek.

Währinger sollen entscheiden

Ob der Umbau des Gersthofer Platzls nun in geplanter Form umgesetzt oder die Pläne doch überarbeiteten werden, sollen nach SPÖ-Forderungen die Währinger entscheiden. In der Bezirksvertretungssitzung am 12. Dezember bringen die Genossen einen entsprechenden Antrag an.

"Der Verkehrsknoten Gersthofer Platzl ist von uberregionaler Bedeutung ist, sollen daher alle Wahringerinnen und Wahringer entscheiden, ob das Projekt dennoch in der derzeitigen Planung umgesetzt werden soll, oder ob in weiteren Arbeitsschritten die vielfach formulierten Mangel behoben und auch die Verbesserungsvorschlage beraten und schließlich umgesetzt werden sollen".

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