Hochrechnung sieht Blaue vorne

"Geschichte geschrieben" – Wahltriumph für die FPÖ

In den Umfragen lag die FPÖ in den vergangenen Wochen stets voran. Diese Führung scheint sie laut Hochschätzung auch ins Ziel gebracht zu haben.
Newsdesk Heute
29.09.2024, 17:31
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Es ist ein Erdrutsch: Nach den – Ibiza-bedingten – 16,2 Prozent vor fünf Jahren hat die FPÖ den blauen Balken in der ersten Hochrechnung diesmal auf 29,1 Prozent in die Höhe geschraubt. Das ist das beste Ergebnis in der Geschichte der Freiheitlichen. Bis jetzt hielt diesen Rekord Jörg Haider im Jahr 1999 mit 26,91 Prozent. Gleichzeitig sind die Blauen damit zum ersten Mal stärkste Partei bei einer Nationalratswahl.

Dementsprechend groß war die Freude in einer ersten Reaktion bei Generalsekretär Michael Schnedlitz beim ersten Statement, umringt von jubelnden freiheitlichen Fans: "Ich darf heute jedem einzelnen Wähler danke sagen. Die Österreicherinnen und Österreicher haben heute Geschichte geschrieben." Schnedlitz versprach, dass die Partei mit jeder einzelnen Stimme sorgsam umgehen werde. "Treibene Kraft seit Jahren" sei Herbert Kickl in Verbindung zu den Menschen.

Ob die FPÖ als Wahlsieger bei ihrem Kanzleranspruch bleiben werde, beantwortete der Generalsekretär nicht: "Es wäre etwas unseriös, jetzt schon über die nächten Schritte zu sprechen. Aber unsere Position ist die selbe wie vor der Wahl." Jetzt würden einmal alle Parteien das Ergebnis analysieren. Fix sei: "Bei uns bekommt man nach der Wahl, was wir vor der Wahl versprochen haben."

Ob der moderatere Wahlkampf ein Erfolgsfaktor gewesen sei? "Wir waren im Wahlkampf genauso, wie Herbert Kickl real ist. Herbert Kickl ist genau so positiv, das haben auch die Wähler so gesehen und heute auch belohnt." Alle Österreicherinnen und Österreicher seien die Gewinner dieser "positiven Wende und Veränderung".

Österreich vor schwieriger Koalitionsbildung

Schwierig werden dürfte die Bildung der nächsten Regierung. Denn ÖVP-Chef Karl Nehammer hat eine Koalition mit der FPÖ unter Herbert Kickl dezidiert ausgeschlossen, nicht aber eine Zusammenarbeit mit den Freiheitlichen an sich. Es ist aber so gut wie undenkbar, dass Kickl das Modell Jörg Haider kopiert, der für eine blaue Regierungsbeteiligung auf ein Regierungsamt verzichtet hatte.

„Die Österreicherinnen und Österreicher haben heute Geschichte geschrieben.“
Michael SchnedlitzGeneralsekretär FPÖ, nach der ersten Wahlhochrechnung.

Auch die SPÖ hat eine Koalition mit der FPÖ kategorisch ausgeschlossen. Die Frage wird sein, wie es nach Platz drei für die Roten mit Parteichef Andreas Babler weitergeht und ob er abgelöst wird.

Und dann gibt es noch den Faktor Alexander Van der Bellen. Der Bundespräsident hat bereits im Vorfeld angekündigt, dass er nicht zwingend den Erstplatzierten bei der Wahl mit der Regierungsbildung beauftragen wird. Damit könnte er versuchen, hinter der roten Tapetentüre in der Hofburg eine Koalition an der FPÖ vorbei zustande zu bringen.

Fix ist: Die nächsten Tage werden jedenfalls enorm spannend. Noch offen ist dagegen, ob sich die FPÖ auch nach diesem Wahltriumph an ihre Tradition des "Blauen Montags" halten und keine Medienauftritte absolvieren wird.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 29.09.2024, 19:07, 29.09.2024, 17:31
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