Das Contract Recognition Board, das für die Verträge zuständige Gremium der Formel 1, hat am Freitag im Streit um Piastri Klarheit geschaffen. Der Kontrakt des Australiers mit McLaren wurde anerkannt, Alpine, das den Formel-2-Champion im kommenden Jahr zum Stammpilot befördern wollte, hat eine Klausel am 31. Juli verstreichen lassen. Dadurch konnte Piastri bei McLaren unterschreiben, folgt dort auf Daniel Ricciardo, der den Rennstall mit Saisonende verlassen muss.
Der achtfache Grand-Prix-Sieger wurde daraufhin als Kandidat für die Nachfolge von Fernando Alonso bei Alpine gehandelt. Das französische Team dürfte aber andere Pläne haben, wie nun auch Red-Bull-Berater Helmut Marko bestätigte: Pierre Gasly soll kommen.
Der Franzose in Diensten von Alpha Tauri liebäugelt schon länger mit einem Sprung in ein konkurrenzfähiges Auto. Bei Red Bull wurde neben Max Verstappen allerdings Sergio Perez als zweiter Pilot für 2023 bestätigt. Deshalb dürfte Gasly nun den Red-Bull-Kosmos verlassen.
"Es gibt Gespräche", stellte der 79-Jährige am Rande des Rennwochenendes von Zandvoort klar. Red Bull sei auch bereit, den 26-Jährigen freizugeben. "Wenn unsere Bedingungen erfüllt werden, würden wir uns nicht in den Weg stellen. Für ihn würde der Traum wahr, in einem französischen Team zu fahren", so Marko gegenüber "Sky".
Damit würde Alpine zu einem rein französischen Team werden, schließlich ist Esteban Ocon bereits für nächstes Jahr gesetzt. Gleichzeitig würde sich Alpine aber auch eine explosive Fahrerpaarung schaffen. Gasly und Ocon gelten nicht gerade als Freunde.
Im Falle eines Gasly-Abgangs würde Alpha Tauri einen zweiten Piloten brauchen. Eine Ricciardo-Rückkehr zu Red Bull scheint unwahrscheinlich zu sein. Der Australier wird als zweiter Pilot bei Haas gehandelt. Damit könnte es für Mick Schumacher beim US-Rennstall eng werden. Der Deutsche wird aber jedenfalls nicht beim Red-Bull-Schwesternteam landen, wie Marko unterstrich: "Er ist - oder war - Ferrari-Junior. Deshalb haben wir uns nie mit Mick Schumacher beschäftigt. Wir haben unser eigenes Programm, wir ziehen unsere eigenen Leute vor", unterstrich der Grazer.
Wer Gasly beerben könnte, ließ Marko derweil offen. Red Bull hat aber scheinbar einen Plan: "Das haben wir uns schon überlegt. Aber das wollen wir noch nicht kundtun. Wir haben eigene Leute, die eine Superlizenz haben."