Gestrichene Corona-Konferenz: Das wollte Minister sagen

Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne).
Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne).Tobias Steinmaurer / picturedesk.com
Am Donnerstagmorgen wollte Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) eigentlich vor die Presse treten, doch der Termin platzte. Das wollte er sagen.

Für Donnerstagfrüh hatte die Regierung eine Pressekonferenz zur Verbreitung der Corona-Mutationen angekündigt. Kurzfristig wurde sie abgeblasen. Informationen zur aktuellen Lage im Land reichte das Gesundheitsministerium stattdessen am frühen Nachmittag per Aussendung nach. Beim morgendlichen Arbeitsgespräch zwischen Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne), Chief Medical Officer Katharina Reich, dem Simulationsforscher Niki Popper und Andreas Bergthaler vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, wurde der aktuelle Stand zur Überwachung über die Verbreitung der neuen Virus-Mutante besprochen.

Die aktuelle Lage

Es wurden mittlerweile insgesamt 149 UK-Varianten und 3 Südafrika-Varianten in Österreich bestätigt. Diese Zahlen stehen per 28.01.2021 rund 14.800 aktiven Corona- Fällen gegenüber. Die Beprobungen von österreichischen Kläranlagen deuten darauf hin, dass die Varianten nicht gleichmäßig im Land verteilt sind. Im Wiener Abwasser wurde beispielsweise die britische Mutation zu 17% am 11.1.2021 gemessen und in Bad Vöslau zu 71% am 12.1.2021.

Gleichzeitig konnten in anderen Kläranlagen, wie etwa in Bregenz, Klagenfurt und Salzburg Stadt keine Anzeichen für die Varianten detektiert werden. Diese Zahlen geben keinen direkten Rückschluss auf die Inzidenzen im jeweiligen Einzugsgebiet der Kläranlage, aber sie ermöglichen regionale Vergleiche und die Untersuchung von Veränderungen und Trendentwicklungen über die Zeit.

"Mutation ist angekommen"

Gesundheitsminister Anschober: "Die riskanten Virus-Varianten sind in Österreich angekommen und nachweisbar. Bisher ist das nachgewiesene Vorkommen allerdings extrem regional unterschiedlich und gleichzeitig liegen uns noch zu wenige Zeitreihen für die Bewertung der Ausbreitungsdynamik vor. Wir wissen auch, dass sie deutlich ansteckender sind. Aussagen wie etwa 54% in einer Kläranlage lassen aber keinen direkten Schluss auf absolute Zahlen von Infizierten zu, sondern sind ein Indiz des Nachweises."

Entscheidend seien Trendentwicklungen, um ein klares Bild von der Dynamik der Ausbreitung zu erhalten. Es sollen weitere Daten und Parameter gesammelt werden, um auch über eventuelle Öffnungsschritte nach dem harten Lockdown zu entscheiden. "In den kommenden Tagen soll daher mit den ExpertInnen der GÖG und AGES unter Einbezug zusätzlicher Daten und Parameter, ein vollständigeres Bild gezeichnet werden, damit eine besser informierte Lagedarstellung möglich ist", so Anschober.

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