Gesundheitsfragen: 72% recherchieren im Internet

Bild: Fotolia/Symbolbild

Die Diagnose per Mausklick wird auch in Österreich immer beliebter: 72 Prozent gaben bei einer Online-Studie im Auftrag des Janssen Forums an, das Internet zur Recherche von Gesundheitsthemen zu nutzen. Dennoch bleibt Platz Eins in professioneller Hand: 89 Prozent der online Befragten setzen auf den Arzt als wichtigste Informationsquelle.

Am häufigsten wird das Internet aufgrund auftretender Symptome befragt (58 Prozent), an zweiter Stelle steht mit 46 Prozent die Suche nach weiterführenden Informationen nach einer Diagnose.


Dabei suchen die Befragten am häufigsten nach konkreten Informationen zu Medikamenten, leichten Erkrankungen und chronischen Krankheiten.
Suchanfragen nach schweren Erkrankungen, wie etwa Krebs, sind dagegen seltener: Nur 22 Prozent der Befragten holten sich hier Rat aus dem Netz.
Zwar nimmt die Informationsbeschaffung im Internet zu, bei der konkreten Entscheidungsfindung ist das Netz aber weit abgeschlagen auf Platz sechs hinter Ärzten, Krankenhauspersonal, Apothekern, Freunden oder Familie und Büchern.
Je komplexer die Erkrankung, desto individueller und persönlicher muss die Beratung sein. Gegen optische Aufbereitung und rasch zugängliche Information "mit Gütesiegel" im Internet, sei aber gerade bei leichten Erkrankungen nichts einzuwenden, so ein Experte.
Ein Drittel der Befragten meinte, durch Infos aus dem Netz sehr oder ein wenig verunsichert zu sein.
In Sachen Social Media und Apps hat Österreich im Vergleich zu anderen Ländern dagegen Nachholbedarf: Nur jeder Zehnte tauscht sich in sozialen Netzwerken über Gesundheitsfragen aus.
84 Prozent der Befragten glaubt, dass auch in den nächsten zwei Jahren Apps nur wenig Einfluss auf ihr Gesundheitsmanagement haben werden. Dabei seien gerade solche für eine niederschwellige Erstinformation besonders gut geeignet, zeigte sich Bachinger überzeugt.


Zwar reagieren Ärzte generell verständnisvoll, wenn Patienten mit Wissen aus dem Internet in der Ordination auftauchen, selbst nutzen aber nur sechs Prozent das Internet im Patientengespräch.

Während Ärzte die Internetnutzung bei der Behandlung als Kompetenzverlust werten, sehen viele Patienten darin einen klaren Kompetenzgewinn.

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