Gesundheitsminister startet neuen Poker um Lockerungen

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein in der ORF-"ZiB 2".
Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein in der ORF-"ZiB 2".Screenshot ORF
Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein hat sich Freitagabend via ORF-"ZiB 2" zu den anstehenden Corona-Lockerungen geäußert - mit Überraschungen.

Klar ist: Am 22. Juli sollen neue Lockerungen in Österreich kommen. Ein komplettes Aus der Maskenpflicht ist dabei der Plan von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), eine Gegenstimme kam jüngst von Katharina Reich, Direktorin für die öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) hatte sich bisher nicht wirklich zu der Causa geäußert, ließ sich aber am Freitagabend in der ORF-"ZiB 2" einige überraschende Details entlocken – und startet den Lockerungs-Poker.

"Wir haben derzeit eine sehr gute Situation in Österreich", so Mückstein, 7-Tages-Inzidenz und Patientenzahlen in den Spitälern seien niedrig. Das sei "das Ergebnis von zwei, drei Monaten, in denen wir uns an die Regeln gehalten haben", so der Minister. Deshalb sei es "jetzt auch mal an der Zeit, dass wir die Beine hochlegen, dass wir eine Reise machen", hieß es. Mit den 3G-Regeln an "sehr viele Orten", einem genauen Monitoring und vielen Testungen sei das nun sicher.

"Ich trage auch nicht gerne Masken"

Mückstein gestand aber auch: "Es ist nicht vorbei." Dennoch sei es mit parallelen Impfungen vertretbar, nun weiter zu öffnen. Und wie sieht dass dann am 22. Juli aus, wird es da dann fast keine Regeln mehr geben – etwa keine Maskenpflicht im Handel mehr? Nicht ganz, wie Mückstein anklingen ließ. Er "trage "auch nicht gern Masken", aber gleichzeitig wolle er keinesfalls Lockdowns und geschlossene Schulen sehen. Einige Regeln seien als "der Preis dafür, dass wir einen ruhigen Sommer haben werden", so Mückstein. Welche, das stehe allerdings noch nicht fest. Verhandelt werde dies in zehn Tagen nach Expertengesprächen, das sei mit dem Kanzler so ausgemacht.

Klar sei auch, dass die Delta-Variante des Corona-Virus "in wenigen Wochen die dominante Variante" in Österreich sein werde – und vor allem Ungeimpfte und Erstgeimpfte befallen könne. Der Gesundheitsminister appellierte deshalb eindringlich, die Zweitimpfungen wahrzunehmen und sich voll immunisieren zu lassen. "Wenn sich hundert Prozent impfen lassen, haben wir einen sehr ruhigen Sommer und Herbst, bei 75 Prozent schaut das schon anders aus", so Mückstein. Auf eine Kreuzimpfung mit verschiedenen Impfstoffen würde Mückstein dabei aber nicht warten, denn wichtig sei nur ein Erst- und Zweitstich.

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