USA warnen

Gewalt eskaliert – im Kongo droht erneut ein Krieg

In der Demokratischen Republik Kongo eskaliert die Gewalt. Experten fürchten einen Krieg, der Millionen Menschen betreffen würde. Das musst du wissen.

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Gewalt eskaliert – im Kongo droht erneut ein Krieg
Die Rebellengruppe M23 ist im Osten der Demokratischen Republik Kongo auf dem Vormarsch.
Moses Sawasawa / AP / picturedesk.com

Die Rebellengruppe M23 ist im Ostkongo auf dem Vormarsch und versucht, die Zwei-Millionen-Stadt Goma einzunehmen. Die UNO warnte vor wenigen Tagen, dass die Sicherheitslage für die Bevölkerung sich weiter verschlechtere. Schon im Februar warnten die USA, dass es zu einem Krieg zwischen der Demokratischen Republik Kongo und dem Nachbarland Ruanda kommen könnte.

Wo wird gekämpft? Die Konfliktregion

Die Demokratische Republik Kongo (DRK) liegt in Zentralafrika, ist ungefähr sechsmal so groß wie Deutschland und hat etwa 90 Millionen Einwohner. Ruanda ist ein deutlich kleinerer Staat, der sich im Osten an den riesigen Kongo schmiegt.

Wer? Die Konfliktparteien

Die kongolesische Zentralregierung und ihre Armee, gestützt von einigen Rebellengruppierungen, kämpfen gegen andere Rebellengruppierungen, derzeit allen voran gegen die "Bewegung 23. März", kurz M23. Seit 2022 nehmen die Spannungen mit dem Nachbarland Ruanda zu, weil der Kongo Ruanda vorwirft, M23 zu unterstützen.

Seit wann? Die Vorgeschichte

  • 1960: Die DR Kongo wird von der belgischen Kolonialherrschaft unabhängig, es folgt ein Bürgerkrieg.
  • 1965 - 1997: Über 30 Jahre lang steht der Kongo unter der Diktatur von Präsident Joseph Mobutu. Der Erste Kongokrieg von 1996 und 1997 führt zu seinem Sturz.
  • 1998 bis 2003: Untereinander zerstrittene Rebellengruppen versuchen im Zweiten Kongokrieg, die Regierung zu stürzen.
  • 2006: Erste freie Parlaments- und Präsidentschaftswahlen seit der Unabhängigkeit
  • 2021: Im Ost-Kongo brechen Kämpfe zwischen M23 und kongolesischen Streitkräften aus.
  • 2022: Die Spannungen zwischen dem Kongo und Ruanda, die sich gegenseitig vorwerfen, Rebellengruppen zu unterstützen, eskalieren.

Warum? Diese Erklärungen gibt es für den Krieg

Es gibt zwei Hauptgründe für den Krieg:

Ethnische Gruppen

In der DRK leben über 200 ethnische Gruppen, zwischen denen es immer wieder zu Auseinandersetzungen kommt. Nach dem Sturz der ruandischen Hutu-Regierung, die für den Völkermord an den Tutsi verantwortlich war, flüchteten über zwei Millionen Hutus aus Ruanda in den Kongo. Dort schlossen sie sich der Regierung an und greifen die ethnische Bevölkerungsgruppe der Tutsi an. Nachbarstaaten unterstützten daraufhin die gegnerischen Rebellen und stürzen die Regierung 1997. In der Folge kommt es zum Zweiten Kongokrieg.

Rohstoffe

Besonders der Osten des Kongos ist reich an Gold, Diamanten, Kupfer, Kobalt, Coltan und Zink. Alle Kriegsparteien werden beschuldigt, den Krieg als Vorwand zu benutzen, um die Bodenschätze des Landes zu plündern und sich fruchtbaren Boden zu sichern. Trotz des Rohstoffreichtums ist die DRK eines der ärmsten Länder der Welt. Seit der Kolonialzeit und der Diktatur Mobutus wurden die Rohstoffe fast ausschließlich zur Finanzierung der Machthaber verwendet, die Bevölkerung sah kaum etwas davon.

Große Teile der Bergbaugebiete werden noch heute von Rebellengruppen kontrolliert, die die Bevölkerung zur Arbeit zwingen. Die staatlichen Strukturen sind schwach, Korruption grassiert. Insbesondere im Osten des Landes gibt es kaum staatliche Kontrolle und auch der Politik wird fehlender Wille an einem fairen Rohstoffhandel vorgeworfen.

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    "Heute"-Montage Dalibor Brlek / dpa Picture Alliance / picturedesk.com, Leserreporter

    Auf den Punkt gebracht

    • Die Spannungen zwischen der Demokratische Republik Kongo (DRK) und Ruanda nehmen zu
    • Die DRK wirft dem Nachbarland vor, Rebellengruppen zu unterstützen, die im Osten des Landes auf dem Vormarsch sind
    • Doch das Land mit 90 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern kommt schon lange nicht zur Ruhe
    • In den Konflikten geht es um Rohstoffe und ethnische Identitäten
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