Der lauschige Urlaubsort Peschiera am Südende des italienischen Gardasees steht unter Schock. Etwa 1.500 bis 2.000 Jugendliche hatten sich Anfang Juni über TikTok-Aufrufe organisiert, um die Gemeinde am Tag der Republik, dem italienischen Nationalfeiertag, "zurückzuerobern". Jetzt wollen sie am kommenden Wochenende den nächsten Ort heimsuchen.
Wie die "Kronen Zeitung" und die deutsche "Bild" berichten, sollen unter den angestürmten Jugendlichen auch zu einem großen Teil Migranten aus Nordafrika gewesen sein. "Das hier ist Afrika", skandierten die Halbstarken und schwenkten dazu die Fahnen mehrerer afrikanischer Länder.
Doch es bliebt nicht bei einem lauten, aber friedlichen Fest. Als der Alkohol in immer rauschenderen Strömen floss, eskalierte die Situation völlig. Die Jugendlichen randalierten, zerstörten Schaufenster und griffen Touristen an. Mindestens 15 Frauen wurden sexuell belästigt. "Weiße Frauen haben hier nichts zu suchen", sollen die Täter vor ihren sexuellen Übergriffen gerufen haben.
Neben den Grapsch-Attacken kam es zu Schlägereien und sogar Messer waren im Spiel. Die angerückte Polizei wurde mit Stein- und Flaschenwürfen begrüßt. Erst nach einigen Stunden voller Gewalt-Exzessen löste sich der wilde Mob wieder auf.
"Wir haben einen Tag des Krieges erlebt", zeigte sich Bürgermeisterin Orietta Gaiulli später gegenüber dem "Corriere della Sera" völlig fassungslos. Der Vorfall hat nun in Italien heftige Debatten über das Jugendstrafrecht und die Integration von Migranten ausgelöst.
Das könnte aber noch nicht alles gewesen sein. Für die kommenden Tage kursieren laut "Bild" auf TikTok neue Aufrufe für einen weiteren Mob. Dieses Mal soll der Adria-Badeort Riccione bei Rimini das Ziel werden.