Politik

Gewerkschafter pochen weiter auf Reichensteuer

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:50

Die Gewerkschaft lässt in Sachen Reichensteuer nicht locker. Die größte Arbeitergewerkschaft "pro-ge" fordert in ihrem Arbeitsprogramm eine Steuer ab einem Nettovermögen von 700.000 Euro. Damit könnten dann die Lohnsteuern gesenkt werden, finden die Arbeitnehmervertreter.

Die Gewerkschaft lässt in Sachen Reichensteuer nicht locker. Die größte Arbeitergewerkschaft "pro-ge" fordert in ihrem Arbeitsprogramm eine Steuer ab einem Nettovermögen von 700.000 Euro. Damit könnten dann die Lohnsteuern gesenkt werden, finden die Arbeitnehmervertreter.

Einer vorzeitigen Anhebung des Frauenpensionsalters erteilt die vormalige Metaller-Gewerkschaft eine klare Absage genauso wie einer Ausdehnung der täglichen Höchstarbeitszeit. Überstunden müssen für Arbeitgeber so teuer werden, dass die Einstellung zusätzlicher Beschäftigter attraktiver wird, argumentiert die pro-ge.

Alle diese Punkte werden auch von SPÖ und ÖVP debattiert.

Ungerechte Verteilung

Mit Vermögenskonzentration und sozialer Ungleichheit hat sich am Mittwoch auch die Arbeiterkammer beschäftigt - unter dem Motto "Wer das Gold hat, macht die Regeln". Auch der Wiener AK-Direktor Werner Muhm hat auf weitere vermögensbezogene Steuern gepocht.

Gerechtigkeit lässt sich steuern

Laut einer Studie der Uni Linz , das Privatvermögen sei extrem ungleich verteilt. Muhm hofft, dass man in der kommenden Legislaturperiode weitere Vermögenssteuern bekommen werde, denn das würde aus seiner Sicht für mehr Gerechtigkeit sorgen.

Es gebe ja auch Einzelstimmen von sehr Reichen, die bereit wären, einen Beitrag zu leisten. "Die, die das Gold, haben, machen die Regeln", Vermögende hätten eine starke Lobby, auch wenn sie eine "kleine Minderheit" seien, so Muhm.

Vermögenskonzentration trotzt der Krise

Die Vermögenskonzentration sei in den vergangenen Jahren angewachsen, auch in und nach der Krise, erklärt Katharina Mader vom Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen. Alexandra Strickner vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac plädiert ebenfalls für Vermögenssteuern.

Leitl gegen neue Steuern und neue Schulden

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl lehnt neue Schulden und neue Steuern ab. "Wer für neue Steuern ist, vertreibt Investoren und vermindert Arbeitsplätze", so Leitl. Als weitere Bedingung für die Neuauflage der rot-schwarzen Koalition nennt er einen Abbau der Bürokratie.

Leitl wünscht sich außerdem eine Senkung der Lohnnebenkosten, eine langjährige Forderung der WKÖ.

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