Gewerkschaftsboss Neugebauer will bleiben

Er gilt als Blockierer, Betonierer, Bulldozer: Seit vier Jahrzehnten bekämpft Fritz Neugebauer (67, ÖVP) so gut wie jeden Reformplan für Lehrer. Jetzt hat der oberste Beamten-Gewerkschafter angekündigt, weitere fünf Jahre im Amt bleiben zu wollen.

Fritz Neugebauer hat noch nicht genug. Der mächtige Boss der Beamtengewerkschaft (GÖD) will sich beim GÖD-Bundeskongress am Montag für weitere fünf Jahre im Amt bestätigen lassen - weil er "das Feuer noch spürt",wie der ÖVPler im ORF-Radio verriet. Seit 1971 ist Neugebauer Lehrer-Gewerkschafter. Seit 14 Jahren sitzt er felsenfest im Chefsessel der GÖD. Seine Verhandlungsstrategie heißt "Aussitzen" - vor allem,wenn es um den Erhalt von Lehrer-Privilegien geht:


Frühjahr 2009: Bildungsministerin Schmied (SP) will die Unterrichtsverpflichtung von Lehrern von 20 auf 22 (!) Stunden pro Woche erhöhen. Sie scheitert am Widerstand Neugebauers.
Sommer 2009:Beamtenministerin Heinisch-Hosek (SP) fordert, die Beamten sollen sich ihre Gehaltsreform (höhere Einstiegsgage, kleinere Lohnsprünge) selbst finanzieren.Neugebauer: "Dann gibt es eben keine Reform" - gab’s bis jetzt auch nicht.
2010: Schmied will, dass der Bund auch für Landeslehrer an Pflichtschulen zuständig wird, weil er sie auch zahlt.Neugebauer: "Alles bleibt, wie es ist."
2011: Neugebauer segnet das Beamtenbudget zunächst ab, rudert dann aber wegen zu starker Einsparungen zurück. Pech: Die eigene Partei stellt sich gegen ihn. Ab heute kämpft Neugebauer wieder: Es geht um die Herbstlohnrunde für seine Beamten.

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