Ghana ist bei der WM in diesem Sommer in eine harte Gruppe gelost worden. Die "Black Stars" treffen in Gruppe L auf England, Kroatien und Panama. Los geht es am 17. Juni in Toronto gegen Panama, danach warten England am 23. Juni in Boston und Kroatien am 27. Juni in Philadelphia.
Abseits des Sportlichen sorgt nun aber ein anderer Plan für Aufsehen. Laut Afrika-Experte Nahuel Lanzón und lokalen Medien denkt Teamchef Carlos Queiroz darüber nach, drei Spieler aus der heimischen Premier League in den WM-Kader zu holen.
Die mögliche Nominierung hätte nicht nur sportliche Bedeutung, sondern könnte auch finanziell enorme Auswirkungen haben. Hintergrund ist das FIFA-Programm zur Klubentschädigung. Für das Turnier in diesem Sommer hat die FIFA den genauen Betrag zwar noch nicht offiziell bestätigt, laut Berichten sollen Vereine aber rund 11.000 US-Dollar pro Tag und Spieler erhalten.
Das entspricht rund 250.000 Dollar für einen Profi, dessen Nationalteam bereits nach der Gruppenphase ausscheidet – das wäre die Mindestauszahlung. Sollten tatsächlich drei Spieler aus der ghanaischen Liga nominiert werden, könnten mehrere heimische Klubs also kräftig profitieren. Gerade für Vereine in Ghana, die oft unter schwierigen finanziellen Bedingungen arbeiten, wäre das ein bedeutender Zuschuss. Das FIFA-Programm soll jene Klubs belohnen, die Spieler für Nationalteams ausbilden und abstellen, damit sie auch finanziell von der WM profitieren.
Die mögliche Einberufung lokaler Spieler wird zudem als Zeichen für die Qualität der heimischen Liga gewertet. Gleichzeitig könnten die zusätzlichen Einnahmen langfristig sogar dem Verband helfen. Queiroz hatte das Team erst im April nach der 1:5 Niederlage gegen Österreich von Otto Addo übernommen.