Welt

Giraffen-Tötung wäre auch in Wiener Zoo möglich

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:22

Die Tötung und öffentliche Verfütterung des gesunden Giraffenkalbs Marius im Kopenhagener Zoo zieht immer weitere Kreise. Nachdem es gegen die Verantwortlichen Proteste, Rücktrittsforderungen und Morddrohungen gibt, geraten auch andere Zoos in den Blickpunkt. Fazit: Auch in Wien hätte dieser Fall so stattfinden können.

im Kopenhagener Zoo zieht immer weitere Kreise. Nachdem es gegen die Verantwortlichen Proteste, Rücktrittsforderungen und Morddrohungen gibt, geraten auch andere Zoos in den Blickpunkt. Fazit: Auch in Wien hätte dieser Fall so stattfinden können.

Skandal in Dänemark, doch auch bei uns möglich. Wie der Kopenhagener Zoo ist auch der Tiergarten Schönbrunn Mitglied in der Europäischen Zoo- und Aquarienvereinigung (EAZA). Diese sieht ein strenges Zuchtprogramm für Giraffen vor. Weil Marius ein ähnliches Genmaterial wie die Giraffen in den anderen 300 EAZA-Zoos aufwies, konnte er in keinem von ihnen aufgenommen werden und musste schließlich sterben.

Würde in Schönbrunn ebenfalls ein Giraffenbaby geboren werden, das aufgrund von Inzuchtgefahr nirgendwo Aufnahme fände, könnte es zu einer ähnlichen Vorgehensweise wie in Kopenhagen kommen. Auch die Verfütterung eines Zootieres an andere Zootiere sei erlaubt, betonte Thomas Voracek, Fachtierarzt im Tiergarten Schönbrunn. Er sehe die öffentliche Verfütterung von Marius daher "emotionslos".

"Das war eine Standardprozedur"

Sehr wohl Emotionen gibt es indes bei Internetusern und Tierschützern. Auf Facebook rissen die wütenden Kommentare am Montag nicht ab: "Schäm dich, Kopenhagener Zoo", lautete etwa ein Eintrag. "Ihr habt eine unschuldige Baby-Giraffe getötet!" Am Montag forderten die Organisatoren einer Petition gegen die Tötung die Absetzung von Zoodirektor Bengt Holst. Der hatte die Tötung des Tiers verteidigt.

"Das war eine Standardprozedur, die sicherstellt, dass es auch in Zukunft einen gesunden Bestand an Tieren gibt", sagte Holst der Zeitung "Berlingske". Zoobesucher - Kinder und Erwachsene - hatten am Sonntag die Obduktion des Tiers in Kopenhagen verfolgen können. Viele Dänen rechtfertigten am Montag dagegen den tödlichen Bolzenschuss wegen Inzuchtgefahr und warfen den Kritikern Heuchelei vor.

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