Glattauer: Lehrer werden ist nicht schwer...

Glattauer gibt Noten: Die Kolumne jeden Montag in "Heute".
Glattauer gibt Noten: Die Kolumne jeden Montag in "Heute".Bild: heute.at
Schuldirektor Glattauer gibt Noten. Heute: Lehrer werden ist nicht schwer... . … Lehrer sein dagegen sehr! Und: Weil die Politik leider versagt!

Lehrer werden ist nicht schwer …



Freitag war Welttierschutztag, Samstag "Welttag der Lehrer". Raten Sie, welcher mehr Aufmerksamkeit fand! ;-) Dabei eint die beiden Lager u.a. die erfolglose Forderung nach "artgerechter Haltung".

Rechnet man die Berg- und Almschulen weg, in denen sich fünf Lehrer um 15 Kinder kümmern (nicht sehr übertrieben), unterrichten Lehrerinnen im Schnitt 30 Schüler, die bis zu zwei Lernjahre auseinanderliegen und zwölf unterschiedliche Sprachen sprechen; und das in Schulhäusern, die gesetzeswidrig überbelegt sind.

Glattauer gibt Noten
Niki Glattauer ist seit 20 Jahren Lehrer in Wien, aktuell Direktor des "SZ-FIDS" in Meidling. Dazu hat er 13 Bücher geschrieben.
Jeden Montag vergibt er in einer Kolumne für "Heute" Schulnoten.

Alle seine Artikel finden Sie hier!
In Wien werden sogar in Schularzt- und Lehrmittel-Kammerln Klassen eingerichtet! Mir schreibt ein Vater (Rechtsanwalt), dass er erwägt, eine Klage durchzujudizieren.

CommentCreated with Sketch.2 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. … Lehrer sein dagegen sehr!



Rund 100.000 Lehrerinnen hat Österreich auf dem Papier (2016 waren es noch 120.000). Ein gutes Sechstel davon steht leider in keiner Klasse. Mein Kollege K. hat z.B. Josef Broukal in seinem "Personalstand". Gesehen hat er ihn noch nie.

Dafür unterrichten Lehrerinnen immer öfter Fächer, die sie nicht gelernt haben: Weil nämlich Studierende ihre zwei Fächer jetzt frei wählen können, lassen sich immer weniger in Deutsch, Englisch und Mathe ausbilden.

Wie ich höre, werden bis 2030 in den AHS 250 Mathematik-, 180 Deutsch- und 160  Englisch-Lehrerinnen (Männer mitgemeint) fehlen. Dafür werden wir 500 Philosophinnen zu viel haben – die den Schülern dann Chemie beibringen werden?

Weil die Politik leider versagt!



In Linz locken drei Mädchen ein anderes auf einen Spielplatz, schlagen es nieder und schneiden ihm die Haare ab. Die Täterinnen sind 13 Jahre alt. SCHÜLERINNEN.

In Wien wird eine Bande ausgeforscht, auf deren Konto zehn Raubüberfälle gehen. Schläge, Tritte, Handy-, Bankomatkartenraub. Der Bandenchef ist 12. SCHÜLER.

Aber kriegerten die Schulen endlich Hilfe? Mehr Personal? Inklusivpädagogen? Sozialarbeiter? Psychagogen? Kinderpsychiater? Freizeitpädagoginnen? Polizistinnen? NIX! Noch nie war es so schwer, Lehrerin zu sein.

Gesamtnote für die Schulpolitik: Nicht genügend


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