Die Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, ist beim Bundeskongress ihrer Partei mit 84,96 Prozent wiedergewählt worden. Das ist das bei weitem schlechteste Ergebnis ihrer Laufbahn. Nach der vergangenen Wien-Wahl haben Abgeordnete wie Peter Pilz bereits eine inhaltliche Neuausrichtung der Partei gefordert.
Auf dem Bundeskongress der Grünen in Villach stellte sich Bundessprecherin und Klubobfrau Eva Glawischnig zum dritten mal der Wiederwahl. Glawischnig wurde zwar in ihrer Funktion bestätigt, mit 84,96 Prozent der Stimmen fiel das Ergebnis allerdings so schlecht aus wie niemals zuvor. Bei der letzte Wahl 2012 erhielt sie noch 93,4 Prozent der Delegiertenstimmen.
Sie fühle sich "extrem gut unterstützt", sagte Glawischnig noch im Vorfeld. Ihr "großes Ziel" für eine weitere Periode als Bundessprecherin: Die Grünen in eine Bundeskoalition bringen. Davon ist die Partei nach zuletzt stagnierenden Wahlergebnissen allerdings ein gutes Stück entfernt.
Pilz: Mehr Linkspopulismus, weniger Flüchtlinge
Nach der Wien-Wahl, bei der die Grünen im Gemeinderat ihr Ergebnis gerade halten konnten, forderten viele, darunter etwa Ex-Parteichef Peter Pilz, eine inhaltliche Neuausrichtung. Pilz hatte zuletzt dafür plädiert, wirtschaftspolitisch einen deutlicheren Linkskurs einzuschlagen, um Protestwähler nicht der FPÖ zu überlassen.
"Wenn wir Leute, die von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen sind, zu einem Lichtermeer einladen, dann schütteln die den Kopf und sagen: Ihr habt uns nicht verstanden", sagte Pilz kürzlich in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Presse".
Auch in Sachen Flüchtlingspolitik formulierte Pilz polarisierend: "Ich will so wenige Flüchtlinge wie möglich. ... Allerdings bin ich gegen Stacheldrähte - ich will, dass wir die Fluchtgründe beseitigen", meinte Pilz.