So wirst Du zufrieden

"Glück kann man lernen" – Fünf Tipps vom Experten

Am Mittwoch, 20. März, ist der internationale "Weltglückstag". Wusstest Du, dass man laut Forschern glücklich sein auch lernen kann? 

Daniela Hamberger
Glücksforscher Manfred Rauchensteiner verrät, wie wir das Glück anlocken können.
Glücksforscher Manfred Rauchensteiner verrät, wie wir das Glück anlocken können.
Pixybay/Manfred Rauchensteiner

Am 20. März, rechtzeitig zum Frühlingsbeginn, ist der sogenannte "Weltglückstag". Er wurde von der UN-Hauptversammlung am 28. Juni 2012 beschlossen und wird seit 2013 begangen. Dazu wird der jährliche "World Happiness Report" veröffentlicht, der zeigt, wo die glücklichsten Menschen aus 140 Ländern leben. 

Das sind die glücklichsten Länder

Mit dem Internationalen Tag des Glücks will die UN Anerkennung gegenüber Staaten zum Ausdruck bringen, die Glück auf subjektive Art und Weise messen – was nicht zwingend immer mit materiellem Wohlstand zu tun hat. Das Ranking führen auch 2024 wieder die Länder Finnland, Dänemark und Island an. Österreich ist im Vergleich zum Vorjahr von Platz 11 auf Platz 14 gerutscht. Deutschland ist sogar aus den Top 20 gefallen und belegt Platz 24.

Die Top-10 der glücklichsten Länder der Welt 2024

  1. Finnland 
  2. Dänemark
  3. Island
  4. Schweden
  5. Israel
  6. Niederlande
  7. Norwegen
  8. Luxemburg
  9. Schweiz
  10.  Australien

"Glück kann man lernen"

Wusstest Du, dass man Glück lernen kann? So sieht es zumindest Glücksforscher Manfred Rauchensteiner. Er beschäftigt sich damit, was uns Menschen im Leben wirklich glücklich macht. Und auch, wie wir uns selbst zu mehr Glück verhelfen können. "Der Ursprung eines jeden Leids ist es, wenn man etwas anders haben möchte, als es jetzt in der Wirklichkeit ist. Das Wichtigste ist, zu lernen, seine Situation und auch sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist – im Sinne von: 'ich bin gut genug, so wie ich bin' – wird man glücklich."

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    <strong>Platz 20:</strong> Litauen/ Vilnius
    Platz 20: Litauen/ Vilnius
    Getty Images

    Wie wird man eigentlich glücklich?

    Im "Heute"-Gespräch verriet der Experte, wie auch Du Dein Leben glücklicher gestalten kannst. "Doch ich muss gleich zu Beginn sagen, es gibt entgegen vieler Meinungen keine sogenannten Glückstipps, die tatsächlich für alle Menschen funktionieren. Ich gebe Übungen mit, die bei den meisten Menschen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Glücksgefühle schaffen. Wichtig ist, dass Du sie täglich machst", so Rauchensteiner. Der Glücksforscher macht folgende Übungen auch selbst jeden Tag.

    Fünf Tipps zum Glücklichsein

    1. Bewusstes Aufwachen!

    Der Morgen sei, laut dem Experten, die wichtigste Zeit des Lebens. "Hier kannst du deinen Tag 'ausrichten' und erstmals 'dankbar sein', dass du aufgewacht bist, deinen Körper bewegen kannst, fließendes Wasser hast, Essen im Kühlschrank, etc. All dies ist nicht 'selbstverständlich' in dieser Welt und du kannst die Liste gerne länger machen während des Tages. Es kann sein, dass dein Verstand dies seltsam, vielleicht sogar blöd oder sinnlos findet. Einfach machen – immer wieder! Denn DU bist der Chef – solltest es zumindest sein! Ansonsten läufst Du läufst dem ganzen Tag hinterher."

    2. Bewusst Atmen

    Hier gilt es auf seine Gefühle zu achten, denn das haben die meisten Erwachsenen bereits verlernt, so der Glücksforscher. "Tief und langsam atmen und in Zeiten, wo es einem nicht gut geht, besonders auf die negativen Emotionen achten. Bewusstes Atmen wirkt tatsächlich gegen jedes unangenehme Gefühl und entspannt den Brustkorb."

    3. Zeit mit MIR bzw. in der Natur verbringen – entschleunigt!

    "Plane täglich eine Zeit für dich! Wo du entweder richtig Spaß und Freude hast oder in die Stille kommst – am Besten beides. Lieblingsmusik hören, tanzen, spielen, hüpfen, schaukeln, lustige Sprüche lesen. Ein langsamer, neugieriger Spaziergang, ein paar Seiten in einem Buch lesen – da können zwei Minuten schon genügen. Falls dir dein Kopf sagt, dass du dafür "keine Zeit hast", dann mache es doppelt so lange", rät Rauchensteiner.

    4. Mir selber immer wieder Fragen stellen

    Der Glücksforscher empfiehlt, sich schon morgens ganz bestimmte Fragen zu stellen. "Wer will ich heute sein? Wie will ich heute Menschen begegnen? Was würde die beste Version von mir jetzt tun? Wie würde ich reagieren, wenn ich schon sehr erleuchtet wäre? Wie würde ich antworten, wenn ich keine Angst hätte? Was würde ich als liebevoller Mensch jetzt tun? Wie könnte ich heute jemanden unterstützen/eine kleine Freude machen? Sei kreativ und fühle richtig rein – du kannst das".  

    5. Bewegung – Dehnung – Aktivierung

    Auch hier solle man bereits am Morgen damit beginnen und schon im Bett den Körper aktivieren. "Einmal alle Gelenke aus probieren und vorsichtig in alle Richtungen drehen und bewegen. Während des Tages dann mal hüpfen, hopsen, schütteln, dehnen, strecken, drücken. Dazu braucht es nicht viel – gegen einen Türstock drücken oder ziehen, mit zwei Wasserflaschen die Arme in alle Richtungen schwingen, einmal etwas rascher gehen, oder gemütlich mit dem Rad fahren. Sei auch hier kreativ und wechsle immer wieder die Übungen. Mein Favorit momentan: Springschnurspringen! Mache es mit Freude und ohne zu großer Anstrengung – es sei denn, du willst noch Olympiasieger werden. Für mich gilt "langsamer, bewusster, freudvoller".

    An immer mehr Schulen wird das Unterrichtsfach "Glück" angeboten, derzeit noch als Wahlfach.
    An immer mehr Schulen wird das Unterrichtsfach "Glück" angeboten, derzeit noch als Wahlfach.
    Denise Auer

    Das Glück manifestieren

    Ich bin erfolgreich. Ich werde befördert. Ich bekomme den Job: Das sogenannte "Lucky-Girl-Syndrome", besagt, dass solche Affirmationen reichen, um den Wunsch Realität werden zu lassen. So soll man auch Glück anlocken können. "Der Körper hört auf alles, was wir denken und wie wir es bewerten, und reagiert sofort darauf. Je positiver wir denken, desto mehr Glück ziehen wir an", so Rauchensteiner.

    Unterrichtsfach Glück

    Auch für die Kinder und Jugendlichen des Landes gibt es in einigen Schulen bereits das Wahlfach "Glück", um ihnen auf kreative Weise eine positive Lebens- und Herangehensweise zu vermitteln.

    Auf den Punkt gebracht

    • Der Weltglückstag am 20.März ehrt die Länder, die Glück an subjetiven Parametern messen
    • Glücksforscher Manfred Rauchensteiner gibt Tipps, wie man sich selbst zu mehr Glück verhelfen kann
    • Bewusstes Aufwachen, bewusstes Atmen, Zeit mit sich selbst oder in der Natur verbringen, sich selbst Fragen stellen und Bewegung sowie Aktivierung
    • Affirmationen können helfen, Glück anzuziehen, und in einigen Schulen gibt es bereits das Wahlfach "Glück", um Kindern und Jugendlichen eine positive Lebensweise zu vermitteln
    DH
    Akt.
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