Gods Remastered ist eine echt göttliche Neuauflage

Das Jump'n'Run Gods galt 1991 als Meilenstein am Amiga und Atari ST. 28 Jahre später gibt es das Remaster für Konsolen und PC, mit göttlichem Feature.
Eines vorweg: Spieler werden Gods Remastered entweder lieben oder hassen – und beides ist nachvollziehbar. Während Kenner des Originals und Retro-Fans darüber jubeln werden, den Klassiker auch auf modernen Konsolen und PCs spielen zu können, wird sich die Freude bei Genre-Fremden und Liebhabern aktueller Hochglanz-Games wohl eher in Grenzen halten.

In Gods und der Remaster-Version schlüpft der Spieler in die Rolle des Helden Herkules, der nach Unsterblichkeit trachtet. Der Weg dazu führt über klassische Platformer-Levels mit kniffligen Gegnern, kleinen Rätseln und einer geschickten Inventory-Verwaltung. Zudem warten mit den vier "Guardians" an verschiedenen Punkten des Spiels gewaltige Bossgegner auf den Spieler.

Wer die letzten Wochen Jump'n'Runs gezockt hat, steht erst einmal vor einer Herausforderung. Statt einer leichten Einführung in das Spiel und sich natürlich anfühlenden Steuerungsmöglichkeiten ist das Retro-Game unter anderem auch deshalb sehr hart, weil man sich erst an die damalige Steuerung gewöhnen muss. Hier ist Fingerspitzengefühl und Timing gefragt, denn Sprünge etwa müssen ganz genau geplant und die Spielfigur dafür noch genauer positioniert werden, um nicht in Abgründe oder Gegnern zu landen.

Retro-Fans werden es lieben

Wer alte Jump'n'Runs kennt, wird es wissen: Hier ist nichts mit wildem Herumgespringe, Richtungs- oder Distanzwechseln in der Luft und generell schnellen Bewegungen. Für die heutige Zeit beinahe skurril behäbig stapft die Spielfigur über den Bildschirm – und wird damit vor allem die Retro-Fans mehr als glücklich machen. Auch, wenn unser Charakter an einer Leiter wieder einmal in den Tod stürzt, weil er einen gefühlten Millimeter zu weit seitlich daran hinunterklettern wollte.

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CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Einzig: Zufällig passiert nichts in Gods Remastered. wenn Gegnern plötzlich erscheinen, Fallen zuschnappen oder sich Abgründe auftun, wirkt das anfangs unvorhersehbar. Nach und nach lernt man allerdings in alter Platformer-Manier, dass alles ein Muster hat und nur eine gute Planung erfordert. Und auch nach den vielen Jahren üben die seitwärts scrollenden Welten mit Dutzenden Verstecken und Geheimnissen ihre Faszination aus.

Das göttliche Feature

Im Endeffekt bekommt man mit Gods Remastered das originale, klassische Game für aktuelle Konsolen und den PC serviert. Einige der wenigen neuen Funktionen sind, dass man nach dem Spiel-Tod das Game fortsetzen kann und nicht wieder an den Startpunkt zurückgeworfen wird, es Speicherpunkte gibt und Kehrtwenden des Charakters samt Waffen-Wurf nun mit einer Taste ausgelöst werden können. Außerdem erklingt nun durchgehend Sound, während man nach der Unsterblichkeit sucht.



Grundlegend geändert hat sich aber die Grafik, die nun durch die Unity-Engine scharf und farbenfroher daherkommt. Das göttliche Feature dabei: Per Knopfdruck lässt sich die neue Grafik jederzeit in die Original-Grafik aus 1991 umschalten. Und die sieht heute noch bewunderswert gut aus. So sind die Remaster-Funktionen zwar eine nette Dreingabe, dass man Gods aber heute in der Original-Bildqualität spielen kann, ist der eigentliche große Pluspunkt des Games. (rfi)

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