Welt

Golan-Abzug: UN tagt am Freitag in New York

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:54

Mit der dramatischen Situation auf den Golan-Höhen zwischen Syrien und Israel wird sich am Freitag der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bei einer Sondersitzung befassen. Sie wurde für 15 Uhr Ortszeit (21 Uhr MESZ) am UN-Hauptsitz in New York einberufen. Dabei soll nach dem angekündigten Abzug Österreichs von der Blauhelmmission UNDOF nach einem Ersatz gesucht werden, sagte der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant.

Mit der dramatischen Situation auf den Golan-Höhen zwischen Syrien und Israel wird sich am Freitag der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bei einer Sondersitzung befassen. Sie wurde für 15 Uhr Ortszeit (21 Uhr MESZ) am UN-Hauptsitz in New York einberufen. Dabei soll nach dem UNDOF nach einem Ersatz gesucht werden, sagte der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon bedauerte die Entscheidung Österreichs. Ban sorge sich um die möglichen Konsequenzen des Rückzugs, sowohl auf den Friedenseinsatz als auch auf die Stabilität in der Region, sagte Bans Sprecher am Donnerstag in New York. "Österreich war offensichtlich ein entscheidender Teil der Mission. Der Rückzug wird ihre Handlungsfähigkeit beeinträchtigen."

USA fordern mehr Koordinierung

Die USA forderten Österreich um mehr Bemühungen zur Koordinierung mit den Vereinten Nationen auf. "Wir haben die Österreicher darum gebeten, sich mit der UN über das Timing ihres Abzuges abzustimmen, damit die UN einen Ersatz für ihre Truppen finden kann", sagte die Sprecherin des US-Außenministerium, Jen Psaki, am Donnerstagabend in Washington.

In den vergangenen Monaten hatten bereits Japan und Kroatien ihre Soldaten abgezogen. Gegenwärtig stellen noch Indien und die Philippinen Truppen.

Israel verärgert

Die israelische Regierung zeigte sich informell verärgert über den Abzug. "Das sendet eine sehr problematische Botschaft an die israelische Öffentlichkeit", zitierte der britische "Guardian" einen hochrangigen Offiziellen.

Offiziell ist allerdings nur von Bedauern die Rede. "Wir wissen den langjährigen Beitrag Österreichs und seine Verpflichtung zum Schutz des Friedens in Nahost zu schätzen. Gleichzeitig bedauern wir diese Entscheidung und hoffen, dass sie nicht zu einer weiteren Eskalation in der Region führen wird", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Jerusalem.

Die Lage am Golan blieb am Donnerstag angespannt. Israel beschwerte sich offiziell bei der UN-Truppe über das Eindringen syrischer Panzer in die Sicherheitszone, wie der Nachrichtenagentur dpa aus militärischen Kreisen bestätigt wurde. Laut einem Reporter der Nachrichtenagentur AFP verlagerte Israel als Reaktion Panzer in die Nähe des Golan.

Abzug nach heftigen Gefechten

Bundeskanzler Werner Faymann (S) und Vizekanzler Michael Spindelegger (V) kündigten nach heftigen Gefechten zwischen syrische Rebellen und Regierungstruppen bei der Stadt Quneitra an der Waffenstillstandslinie den . Die Gefahr für die Soldaten sei zu groß geworden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die ersten Blauhelme sollten bereits am 11. Juni abgezogen werden, sagte Verteidigungsminister Gerhard Klug (S). Binnen vier Wochen sollen alle Soldaten wieder in Österreich sein.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen