Luxus-Geisterstadt: Serben zeigen ihre Villen

Die Einwohner von Gomilica zogen nach Österreich um zu arbeiten. In ihrer Heimat ließen sie riesige Häuser erbauen. Ein Video zeigt die ganze Pracht.
Viele Serben meinen, dass Gomilica zu einem der reichsten Dörfer zählt. Der Grund sind die "Paläste", die eng an eng beisammen stehen.

Gomilica wirkt jedoch das ganze Jahr über wie ausgestorben. Der Grund: Die Bewohner der Villen befinden sich zum Großteil in Österreich. Bereits in den 60er Jahren zog es die Einwohner des Dörfchens hierher. Die Bezahlung war und ist immer noch um einiges besser als im Balkan-Staat.

Für jedes Familienmitglied ein Zimmer

Unterdessen vergaßen sie ihre Wurzeln nicht. In ihrer Heimat ließen sie Häuser bauen. Diese besuchten sie in den Ferien immer wieder. Doch bei einfachen Ferienhäuschen blieb es nicht. Ein Mann meint dazu: "Als es den Schilling noch gab, hat der Nachbar zwei Stockwerke gebaut. Also hab ich drei gemacht. Das war ein Wettkampf."

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Eine Dame zeigt das Innere ihres "Palastes". Das Haus von Slavka Vasic wirkt so, als ob es mehr Zimmer als das Farbspektrum Farben zu bieten hat. Ein rosa Zimmer für Mädchen, ein blaues für Buben, eines in Apricot für Gäste. Insgesamt befinden sich 30 Zimmer und 8 Terrassen im Haus. Alles für ihre Kinder und Enkel - jeder hat sein eigenes Zimmer. Jährlich verbringt die Familie insgesamt zehn Tage in der vierstöckigen Villa.

Mietwohnung in Wien - Villa in Gomilica

Gemeinsam mit dem Nachbardorf ist Jazovik über 800 Millionen Euro wert. Wie viel die Einwohner für ihre einzelnen Gebäude ausgegeben haben, das wissen sie selbst nicht mehr. Über drei Generationen lang investierten die Menschen in ihre Grundstücke.

Viele kommen im Urlaub in die "Luxus-Geisterstadt". Einen Großteil der Zeit verbringen sie mit arbeiten. Immer moderner und größer sollen die Häuser werden. Zum Entspannen bleibt oftmals nur wenig Zeit.

In Österreich sieht die Sache anders aus. Ein Bewohner gibt an, dass er in Wien in einer kleinen Mietwohnung lebt: Ein Zimmer und ein Bad reicht ihnen zum Leben. Wie viele Räume sein Haus in Gomilica hat, weiß er aber selbst nicht.

Im Sommer wird der Geisterstadt für kurze Zeit Leben eingehaucht. Da kommen die Bewohner etappenweise und in regelmäßigen Abständen ins Dörfchen. Trotz der schlechten Straßen fahren fünf Busse nach Wien und wieder zurück. Ende Februar wird es jedoch wieder ruhig in Gomilica. Was bleibt, sind die prachtvollen Villen.

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Luxus-Geisterstadt: Diese Villen stehen immer leer >> (slo)

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