Im September vorgestellt, ist das Google Nexus 5X nun in Österreich erhältlich. Der Nachfolger des Nexus 5 ist eine Koproduktion von Google und LG und ist das kleinere neue Nexus, das aktuell auf den markt kommt. Das größere Nexus 6P wird dagegen von Huawei hergestellt. Wir haben uns das Nexus 5X mit Android 6.0 Marshmallow ganz genau angeschaut und getestet.
Im Nexus 6P wird dagegen von Huawei hergestellt. Wir haben uns das Nexus 5X mit Android 6.0 Marshmallow ganz genau angeschaut und getestet.
Design und Eindruck
Google zielt darauf ab, mit dem 6P die Premium-Smartphone-Sparte zu versorgen. Dass dafür das 5X billig beim Design ausfällt, stimmt aber nicht. In Anlehnung an die Vorgänger ist das 5X aus einem Kunststoffgehäuse, das sich aber richtig gut anfühlt. Nimmt man es in die Hand, fällt gleich auf, dass es sehr leicht (136 Gramm) und glatter als die Vorgänger ist.
Die Maße wuchsen nur unwesentlich gegenüber dem Nexus 5: Das Nexus 5X hat ein 5,2-Zoll-Display und misst 147 x 72,6 x 7,9 Millimeter. Auf der Rückseite ist der klassische Nexus-Schriftzug ebenso wie das LG-Logo zu finden. Mittig liegt der Fingerabdrucksensor, den LG im Gegensatz zu anderen Herstellern gar nicht zu verstecken versucht. Darüber liegt die Kamera, die etwas aus dem Gehäuse hervorsteht - das stört eigentlich nicht, wirkt aber anfangs komisch, da das Smartphone nicht flach auf dem Tisch aufliegt.
Handhabung und Features
Schön ist es zu sehen, dass beim Google Nexus 5X an der Handhabung geschraubt wurde. Sperrtaste und Lautstärkewippe wanderten an der Seite etwas nach unten und sind dadurch nun perfekt zu erreichen. Das Wachstum auf 5,2 Zoll sorgt dafür, dass das Smartphone trotzdem noch gut mit einer Hand zu bedienen ist. Auch der Fingerabdrucksensor ist so gut platziert, dass man mit dem Finger leicht herankommt. Durch diesen kann man das Handy auch entsperren, ohne dass zuvor der Power-Button gedrückt wird.
Auf der linken Geräteseite findet sich nur der SIM-Slot, der beim schnellen Hinschauen fast verschwindet. An der Unterseite befindet sich die Kopfhörer-Buchse und der USB-Type-C-Anschluss. Was gefällt: Beim Nexus 5X kehrt das Benachrichtigungs-LED zurück (das fehlte ), und das in genialer Form. Die Leuchte ist im unteren Lautsprecher verbaut und zeigt bei Aktivierung an, wenn es neue Nachrichten gibt. Wer sich eine entsprechende Dritt-App besorgt, kann der LED sogar verschiedene Farben für die eingehenden Benachrichtigungen geben.
Speicher und Akku
Als Speichervarianten stehen beim Nexus 5X eine 16- und eine 32-Gigabyte-Version zur Verfügung. Das Gerät selbst gibt es übrigens in den Farben Anthrazit, Quarz oder Eisblau. Als Vielnutzer, -knipser, -downloader wird man die kleinere Speicherversion schon einmal von vorneherein verwerfen. Hier hätte es dem Nexus sicher nicht schlecht getan, eine 64-GB-Version einzuplanen, denn der Speicher ist nicht durch eine microSD-Karte erweiterbar. Was man Google zugute halten muss: Durch braucht man zumindest für Bilder so gut wie keinen Speicherplatz.
Beim Akku wurde etwas nachgebessert: Statt 2.300 mAH mit microUSB-Anschluss werkelt nun ein 2.700 mAH Akku mit US-Type-C-Anschluss. Die Leistung ist vollkommen in Ordnung, durchschnittlich wird man das Nexus 5X alle zwei Tage laden müssen. Doch beim Akku-Thema liegen Licht und Schatten nah beieinander: Positiv sind der neue Anschluss, bei dem die Einsteckrichtung egal ist, und die Schnellladefunktion (von 0 auf 100 in 90 Minuten). Negativ ist, dass Wireless Charging nicht mehr unterstützt wird.
Display und Kamera
Die Auflösung des Displays blieb im Vergleich zum Vorgänger gleich. Noch immer gibt es Full HD (1.920 x 1.080 Pixel). Geschraubt wurde aber an der Farben und der Helligkeit. Erstere wirken nun noch ein Stück stärker, zweitere lässt sich nun sowohl viel dunkler als auch heller als beim Nexus 5 drehen. Abseits vom Display: Stereo-Ton gibt es leider keinen und dreht man die Lautsprecher auf maximale Lautstärke, dann scheppert's zwischendurch ganz ordentlich.
Bei der Kamera wurde hingegen super Arbeit geleistet. Die Hauptkamera knipst nun mit 12,3 statt 8 Megapixel, die Frontkamera mit 5 statt 1,3. Nun kann man wirklich sagen, dass das Nexus fantastische Aufnahmen auch in schwierigen Lichtverhältnissen abliefert - und das extrem schnell. Hier wurde übrigens nicht gespart, es kommt (bei der Hauptkamera) die gleiche Hardware wie beim großen Bruder 6P zum Einsatz. Verzichten muss man aber auf den Smart Burst Modus (schnelles Knipsen mehrere Bilder hintereinander) ebenso wie auf die elektronische Bildstabilisierung bei Videos. Umso beeindruckender sind die Bildergebnisse, die das Nexus 5X abliefert, hier rüttelt man am Kamera-Thron von Highend-Geräten.
Preis und Fazit
Im Inneren des Nexus 5X arbeitet ein Quadcore-Snapdragon-808-Prozessor, gleich blieb der Arbeitsspeicher von 2 GB. Das bedeutet, dass das 5X zuverlässig und schnell arbeitet, bei anspruchsvolleren Anwendungen aber auch mit dem einen oder anderen Ruckler gerechnet werden kann. Beachtlich ist, dass das Nexus 5X im Gegensatz zu Konkurrenten auch unter Volllast kaum warm wird - andere Geräte laufen hier heiß.
Zusammenfassend ist das Nexus 5X eine gelungene Weiterentwicklung der Nexus-Serie. Etwas weh tut der Preis - 479 Euro für 16 GB, 529 Euro für 32 GB. Am US-Markt greift man dagegen bereits um 350 Dollar zu. Wäre dieser Preis hierzulande auf diesem Niveau, dann wäre es die Smartphone-Bombe schlechthin. So bekommt man für sein Geld ein pures Android-Gerät, das zwar keine Rekorde bei Sound und Rekorde aufstellt, bei der Kamera und der Handhabung aber selbst weitaus teurere Geräte in den Schatten stellt. Sollte der Preis noch sinken, dann müssen sich die Android-Konkurrenten ganz, ganz warm anziehen.
Rene Findenig
[email protected]
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