Graf setzte auf riskante Bananen-Kühlschiffe

Bild: Reuters

Neue Anschuldigungen gegen Martin Graf: Als Stiftungsvorstand soll er um 50.000 Euro eine Beteiligung an Bananen-Kühlschiffen erworben haben. Dabei habe es sich um ein "Hochrisikopapier" gehandelt, sagte der grüne Abgeordnete Karl Öllinger am Freitag.

Neue Anschuldigungen gegen Martin Graf: Als Stiftungsvorstand soll er um 50.000 Euro eine Beteiligung an Bananen-Kühlschiffen erworben haben. Dabei habe es sich um ein "Hochrisikopapier" gehandelt, sagte der grüne Abgeordnete Karl Öllinger am Freitag.

Stifterin Gertrude Meschar sei "geprellt" worden, so Öllinger. Graf habe etwa von gesprochen. Tatsächlich hätten sich diese in einem Rahmen von 5.000 bis knapp 6.700 Euro bewegt. Laut Öllinger stimmen die Geschäfte jedenfalls mit dem Stiftungszweck nicht überein, "ob sie kriminell sind, sollen die Gerichte beurteilen".

Von Graf gab es dazu kein Kommentar, dieser sei nicht , sagte sein Sprecher.

Nach dem Abverkauf von Wertpapieren im Jahr 2007 habe der Stiftungsvorstand die Beteiligung an einer Kühlschiffflotte erworben, welche von der Raiffeisen Bank angeboten worden sei. Dies sei noch vor Beginn der "großen ökonomischen Krise" geschehen, valorisiert sei die Beteiligung in Dollar und Yen gewesen. Der Fonds sei schließlich in eine "wirtschaftliche Schieflage" gekommen, Ausschüttungen seien derzeit nicht möglich, zitierte Öllinger Experten. "Den Anlegern droht derzeit der Totalverlust ihrer Einlagen."

Mehrere Kritikpunkte

Kritik übte der Grüne auch am Umstand, dass sich der Stiftungsvorstand von der Kanzlei des eigenen Mitglieds Michael Witt entgeltlich habe beraten lassen. Dies sei zwar "durchaus nicht unüblich", laut Privatstiftungsgesetz hätte es dazu allerdings einer Genehmigung des Gerichts bedurft. Einen solchen Vermerk hat Öllinger bis heute nicht gefunden.

Auch eine einstweilige Verfügung gegen einen ORF-Beitrag kritisierte der Grüne. Graf habe darin sogar seinen "untadeligen Ruf" sowie das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik aufgeführt.

Druck von ÖVP

Nicht nur die, sondern auch die ÖVP macht erstmals direkt Druck auf Graf. Wäre dieser ein von der ÖVP nominierter Nationalratspräsident, dann würde er ihm "den Rücktritt nahelegen", meinte Klubchef Karlheinz Kopf. Bisher hatte sich die ÖVP lediglich allgemein für eine Abwahlmöglichkeit von Präsidenten ausgesprochen.

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