Gratis-Wasser soll Pflicht werden, Wirte rebellieren

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Eine EU-Richtlinie will Wirte verpflichten, gratis Leitungswasser auszuschenken. Die Gastronomen befürchten massive Mehrbelastungen.
Immer öfter hat man in den letzten Monaten und Jahren gehört, dass Restaurants und andere Gastronomie-Betriebe Geld verlangen, wenn der Kunde um ein Glas Leitungswasser bittet.

Die neue EU-Trinkwasserrichtlinie will genau das Gegenteil bewirken und die Wirte dazu verpflichten, kostenlos Trinkwasser auszugeben.

Wirtschaftskammer kritisiert

Der Österreichischen Wirtschaftskammer (WKÖ) gefällt diese Richtlinie gar nicht. Sie sei generell eine "total sinnlose Geschichte für Österreich", sagt Mario Pulker, Obmann des WKÖ-Fachverbandes Gastronomie.

Massive Zusatzkosten

Pulker sieht durch die verpflichtende Ausgabe von kostenlosem Leitungswasser massive Zusatzkosten auf die Ganstronomen zukommen. Besonders in Tourismus-Orten seien Wirte darauf angewiesen, für Leitungswasser Geld zu verlangen. Auch würden ausländische Gäste es ganz normal finden, dass das etwas kostet.

CommentCreated with Sketch.108 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Mehr Kontrollen schlecht für Gäste

Auch die vorgesehenen häufigeren Kontrollen in Sachen Trinkwasser stören Pulker. Bei Wirten, die einen Brunnen haben und ihren Betrieb oder Nachbarn mit Trinkwasser versorgen, müsste in Zukunft bis zu zehnmal im Jahr die Wasserqualität untersucht werden. Bisher war einmal im Jahr die Regel.

Für Pulker sind die verstärkten Kontrollen deshalb sinnlos, weil die Trinkwasserqualität in Österreich ohnehin hoch sei. Leiden würde letztendlich das Geldbörserl der Gäste.

Auch Wasserversorger betroffen

Fragt man die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW), so entstehen vor allem für kleine Wasserversorger erhebliche Mehrkosten. Und das ist erheblich, denn zwei Drittel der 5.500 Wasserversorgungsunternehmen in Österreich sind als "klein" einzustufen, heißt es. Durch die verstärkten Kontrollen würden die Kosten dafür von durchschnittlich 250 auf 18.000 Euro pro Jahr steigen.

Laut dem ÖVP-Europaabgeordneten Lukas Mandl will die EU die Richtlinie noch in dieser Periode durchbringen. Er hat 80 Änderungsanträge eingebracht und hofft, dass sie beherzigt werden. Generell sollte das Thema aber eine Sache der einzelnen Länder bleiben, meint er.

(red)

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