So grausam werden Gänse für Winterjacken gequält

Bei lebendigem Leib werden Gänsen ihre Federn ausgerissen. Gibt es Gütesiegel, die das verhindern? Die Arbeiterkammer OÖ und VIER PFOTEN machen den Test.
Dass Schweine, Hühner und Co in der Massentierhaltung für die Fleischproduktion leiden ist weitgehend bekannt. Wie groß das Leid der Gänse für Wintermode ist, hingegen kaum. Für Daunen und Stopfleber gehen die Tiere durch die Hölle.

Bis zu 3000 Tiere in fünf Stunden

"Auf Gänsefarmen werden immer noch hunderttausende Vögel lebendig gerupft", informiert die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN. Bedeutet, ihnen werden für unsere Winterjacken bei lebendigem Leib die Federn ausgerissen.

Der "Lebendrupf" sei deshalb so attraktiv, da man Gänse auf die Art mehrfach rupfen kann – nicht nur nach dem Schlachten. "Bis zu 3000 (!) Tiere werden in fünf Stunden per Hand gerupft." Eine grausame und sehr schmerzhafte Prozedur.

VIER PFOTEN und AK OÖ testen Gütesiegel

Wer dennoch nicht auf Daune verzichten will, sollte auf glaubwürdige Gütesiegel achten, so VIER PFOTEN. Die Tierschutzorganisation hat gemeinsam mit der AK Oberösterreich drei Daunen-Standards genauer unter die Lupe genommen: "Global Traceable Down Standard", "Responsible Down Standar" und "Downpass 2017". Die Ergebnisse finden Sie oben in der Bildergalerie.

"Lebendrumpf" und "Stopfmast" gehen Hand in Hand

...so VIER PFOTEN. "Dabei wird Gänsen und Enten ein Stopfrohr in die Speiseröhre gerammt und gekochter Mais mit Fett zwangsweise zugeführt. Die Daunen-Gütesiegel RDS, TDS und Downpass 2017 schließen Lebendrupf und Stopfmast mit hoher Sicherheit aus", erklärt Martina Pluda, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN.

Winterjacken ohne Tierleid

...versprechen jedoch nur synthetische und pflanzliche Alternativen. „In puncto Wärmeisolation und Tragekomfort merkt man keinen Unterschied zu Daunen. Zudem sind Kunststoffasern leichter zu reinigen", informiert Pluda.

Die Tierschutzorganisation empfiehlt darum zu Winterjacken und -mäntel aus pflanzlichen Daunenalternativen wie Kapok, Baumwolle oder Leinen zu greifen - oder zu synthetischen, wie zum Beispiel Viskose, Polyester oder Lyocel.

(mp)

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