Gravity Rush Remastered im Test: Völlig losgelöst

Vor Jahren schlug Gravity Rush auf der PS Vita ein wie kaum ein anderer Titel. Jetzt gibt es den PS4-Remaster.
Heute fehlt das originale Gravity Rush kaum in einer Vita-Spielesammlung. Nun erschien ein Remastered-Version für die PlayStation 4. Funktioniert das Erfolgskonzept auch hier? Die Vorzeichen stehen gut, denn für die Umsetzung zeichnet das Studio Bluepoint verantwortlich, das bereits mit der Nathan Drake Collection die ersten drei Uncharted-Teile für die PS4 aufhübschte. Wir sind mit Protagonistin Kat abgehoben, unser Spieletest.

Das originale Gravity Rush hat die Standards für Videospiele ganz neu gesetzt. Dadurch, dass Hauptfigur Kat die Gravitation aufheben und umkehren kann, wurde ein unglaubliches Freiheitsgefühl in der Spielewelt geschaffen. Plötzlich konnte man nicht mehr nur am Boden laufen oder über Hindernisse springen, sondern auf Hauswänden laufen, in den Himmel schweben oder sogar die Unterseite der schwebenden Stadt "Hekseville" erkunden.

Von diesem Charme hat Gravity Rush Remastered nichts eingebüßt, das steht vom ersten Spielmoment an fest. Auch auf der PS4 braucht es eine gewisse Eingewöhnungsphase, um mit der Steuerung warm zu werden, hat man den Dreh aber erst heraus, gibt es sprichwörtlich kein Halten. Das Gravitationsmanipulieren funktioniert nämlich so: Per Tastendruck hebt Kat die Schwerkraft auf und schwebt. Mit dem Analogstick sucht man nun eine neue Fläche - egal ob seitlich, oben oder unten - und landet dort mit erneutem Tastendruck. Das fühlt sich anfangs etwas mühsam und abgehakt an, wird später aber sensationell. Nämlich dann, wenn man durch die Lüfte schwebt, im Fliegen Gegner Tritte verteilt und schließlich am Boden einschlägt und Gegner mit der Druckwelle schockt. Fallschaden gibt es schließlich keinen.

Steampunk trifft auf Zeichentrick

Kurz zur Story, ohne zuviel zu verraten - das Game lebt schließlich neben der außergewöhnlichen Steuerung von der mysteriösen Story, die man Stück für Stück aufdecken muss. Man schlüpft in die Rolle eines Mädchens, das in der schwebenden Stadt Hekseville aufwacht und von den Menschen künftig "Kat" gerufen wird. Kat hat ihre Erinnerungen verloren, die Welt wirkt fremd. Schnell macht sie aber Bekanntschaft mit einer Katze, die sie "Dusty" tauft und die ihr die Macht verleiht, die Schwerkraft zu manipulieren. Mit dieser Macht nimmt Kat den Kampf gegen die rätselhaften Nevi auf.

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Die Hauptmissionen versprechen dem Gamer jede Menge Spielspaß. Während man nach und nach mehr über die außergewöhnliche Steampunk-Welt erfährt, führen einem die Situationen nach und nach an immer spektakulärere Moves heran. Die Story selbst ist nicht extrem tiefgründig, weiß aber mit liebevoller Gestaltung, einem tollen Zeichentrickstil und jeder Menge Wortwitz zu gefallen. Erst nach und nach offenbart sich einem so die ganze zauberhafte Welt von Gravity Rush. 

Abzüge in der B-Note

Gravity Rush Remastered macht bei weitem nicht alles perfekt. Abzüge muss man bei den manchmal eintönigen Nebenmissionen verteilen, die anders als die Hauptstory wenig Überraschendes zu bieten haben. Das tut aber nicht weh - wer sich ablenken will, kann sich schließlich den Herausforderungen stellen, die ihren Namen wirklich verdient haben. Bei der Portierung auf die PS 4 wurden grafische Verbesserungen durchgeführt und an den Details aufpoliert, an eine wirkliche Next-Gen-Grafik kommt man hier aber nicht heran.



Quelle: YouTube

Gravity Rush Remastered ist aber kein Titel, den man aufgrund seiner Perfektion liebt, sondern dafür, dass die originale Spielweise erhalten blieb. Nicht nur das: Das Game läuft nun auch sehr viel flüssiger ab und hält den Zocker immer im Fluss. Die Lernkurve sorgt dafür, dass der Spieler an den Controller gefesselt und langsam an immer neue Bewegungsabläufe gewöhnt wird, ohne ihn zu überfordern. Dass der Action-Plattformer auf der Disc auch gleich alle drei erschienenen DLCs mit sich bringt, macht ihn mit 29,99 Euro zum Schnäppchen.

Fremd in einer großen Welt

Alles in allem ist Gravity Rush Remastered ein kleines Spielejuwel, das von seiner Imperfektion lebt. Manchmal landet man beim Schwerkraft-Schweben nicht dort, wo man hinwollte, manchmal verfehlt man trotz gutem Anvisierens sein Ziel. Alles, was man aus dem realen Leben kennt und gerade deswegen so mag. Und die Hauptfigur wird einem vom ersten Moment an sympathisch, schließlich hat die Story weit mehr Realitätsbezug, als es der mangahafte Stil den Anschein macht. Allein in einer großen, fremden Welt - wer hat sich nicht schon mal so gefühlt?

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