Grazer Synagoge von Vandalen geschändet

Die neue Synagoge in Graz.
Die neue Synagoge in Graz. Martin Siepmann / Westend61 / picturedesk.com
Ein Vorfall in der Nacht auf Mittwoch schockiert die jüdische Gemeinde in Graz: Synagoge und Gemeindehaus wurden Ziel eines Vandalenaktes.

Die Ermittlungen der Sicherheitsbehörden und die Auswertung der Übewachungskameras sind noch in vollem Gange. Demnach ereignete sich die Tat Dienstagnacht kurz vor 23.00 Uhr.

Das historische Ziegelwerk des Gotteshauses sowie das Gebäude des benachbarten jüdischen Gemeindehauses wurden von einem unbekannten Täter mit propalästinensischen Parolen besprüht. Besonders tragisch: Die beschmierten Ziegeln entstammten der Grazer Synagoge, die 1938 im Rahmen der "Reichspogromnacht" von den Nationalsozialisten zuerst in Brand gesetzt und schließlich gesprengt wurde.

Die historische Synagoge, 1891 erbaut, 1938 zerstört.
Die historische Synagoge, 1891 erbaut, 1938 zerstört.Würthle u. Spinnhirn, Salzburg / ÖNB-Bildarchiv / picturedesk.com

"Deutlich wahrnehmbares Ansteigen des Antisemitismus"

Präsident der jüdischen Gemeinde in Graz, Elie Rosen, berichtet in einem Pressestatement von einem deutlich wahrnehmbaren Anstieg des Antisemitismus in den letzten Jahren. Die Motivation sei dabei vorrangig israelorientiert.

Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Religionsgesellschaft Österreichs, sagt: "Der Angriff auf die Synagoge in Graz ist ein Angriff auf uns alle. Auf Österreich, auf Europa. Wien ist solidarisch mit den Jüdinnen und Juden in der Steiermark, für die der Vorfall besonders bedrohlich ist. Aber: Wir lassen uns nicht einschüchtern"

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