"Greenpeace-Schrift verhinderte Scharfschützen-Einsatz"

Der Fallschirmspringer im Stadion
Der Fallschirmspringer im StadionReuters
Aufregung um die Fallschirm-Aktion von Greenpeace bei Deutschlands EM-Auftaktspiel gegen Frankreich. Hätte es Schüsse und Tote geben können?

Die DFB-Auswahl verlor das Auftaktmatch gegen Frankreich nach einem Hummels-Eigentor (20.) mit 0:1. Doch schon vor dem Anpfiff gab es einen Aufreger, als sich ein Gleitschirm-Pilot in das Stadion senkte und neben dem Spielfeld landete. Dabei beschädigte er Teile der Stadion-Einrichtung und verletzte mehrere Personen. Doch anscheinend konnte der Pilot froh sein, selbst mit dem Leben davongekommen zu sein. Denn laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hätte es zum Scharfschützen-Einsatz kommen können.

"Es ist ausdrücklich für die Zeit der EM über der Allianz-Arena totales Flugverbot erlassen worden. Ich gehe davon aus, dass Greenpeace das auch gewusst hat", sagt der CDU-Politiker zur "Bild". "Man hat aufgrund der Beschriftung 'Greenpeace' davon abgesehen, dass Scharfschützen hier eingegriffen haben. Wenn die Polizei zu einer anderen Einschätzung gekommen wäre, dass es sich um einen Terror-Anschlag handeln könnte, dann hätte der Flieger die Aktion möglicherweise mit seinem Leben bezahlen müssen."

Der Aktivist wurde noch an Ort und Stelle festgenommen. Sein Protest ging nach hinten los. Sogar die Umweltschützer von Greenpeace haben sich inzwischen offiziell für ihren Vertreter entschuldigt. Die Organisation schrieb auf Twitter: "Dieser Protest hatte nie die Absicht, das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzen. Wir hoffen, dass es allen gut geht und niemand ernsthaft verletzt wurde. Greenpeace Aktionen sind immer friedlich und gewaltfrei. Leider ist bei dieser Aktion nicht alles nach Plan gelaufen."

Angeblich hätte der Springer ursprünglich nur einen Plastikball ins Stadion werfen wollen, selbst neben dem Stadion landen sollen. Nun drohen ihm für den Straftatbestand der gefährlichen Körperverletzung und des Hausfriedensbruchs rechtliche Konsequenzen.

Greenpeace hatte davor bekanntgegeben, dass es sich um einen Protest gegen Sponsor Volkswagen gehandelt hatte. Die Forderung: Umweltschädliche Diesel- und Benzinautos aus dem Verkehr zu ziehen. Der Konzern tat sich angesichts der dramatischen Bilder aus München leicht, der Kritik einen Konter folgen zu lassen: "Mit der Protestaktion hat Greenpeace Leib und Leben unbeteiligter Zuschauer und Fans eines Fußballspiels in Gefahr gebracht."

Die UEFA verurteilte die "rücksichtslose und gefährliche Aktion", die schwerwiegende Folgen für viele Menschen hätte haben können. Auch der Deutsche Fußball-Bund verurteilte den Protest. "Derjenige hat nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet und verletzt. Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar", sagte Verbandssprecher Jens Grittner bei der Pressekonferenz nach dem 0:1 zum Turnierstart gegen Frankreich. "Der Vorgang wird jetzt auch geprüft, bei der Polizei, bei den Behörden hier in München und der UEFA."

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