Rund sechseinhalb Jahre nach dem Brexit gibt es jetzt ein neues Abkommen in Brüssel: Die Grenzkontrollen zwischen der britischen Exklave Gibraltar und dem EU-Land Spanien fallen weg. Am Dienstag waren bei der Unterzeichnung unter anderem der spanische Außenminister José Manuel Albares und Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo dabei. Die neue Regelung tritt am Mittwoch in Kraft. Für die Einreise nach Gibraltar gelten dann die Schengen-Regeln, obwohl Gibraltar offiziell nicht Teil des Schengenraums ist.
Mit dieser Einigung fallen die Kontrollen für den Waren- und Personenverkehr zwischen Spanien und Gibraltar weg. Wenn du aus einem Land außerhalb des Schengen-Raums nach Gibraltar reist, musst du deinen Pass weiterhin am Flughafen oder im Hafen herzeigen. Es wird erwartet, dass der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez am Mittwoch ins Grenzgebiet kommt.
Brüssel und London hatten sich im Juni 2025 auf das Abkommen geeinigt. In den Monaten danach wurde es ratifiziert und in einen Rechtstext gegossen. Im Brexit-Abkommen gab es davor nur eine vorläufige Einigung über den Status der Landzunge mit rund 40.000 Einwohnern im Süden der iberischen Halbinsel. Täglich pendeln rund 15.500 Arbeitskräfte von Spanien nach Gibraltar – das ist fast die Hälfte aller Arbeitskräfte in der britischen Exklave.
Spanien erhebt schon lange Anspruch auf das rund sieben Quadratkilometer große Gebiet, das seit mehr als 300 Jahren zu Großbritannien gehört. Gibraltar mit seinem berühmten "Affenfelsen" fiel mit dem Vertrag von Utrecht 1713 an Großbritannien. Die englische Flotte hatte das Gebiet 1704 im spanischen Erbfolgekrieg erobert.