Der Zerstörer "HMS Diamond" sei auf dem Weg, um die "HMS Lancaster" in der Golfregion und dem Indischen Ozean zu verstärken, erklärte das Verteidigungsministerium in London am Donnerstag. Mit der Entsendung des weiteren Schiffes soll demnach der "reibungslose Ablauf" auf wichtigen Seehandelswegen aufrechterhalten werden. Die HMS Diamond gilt als eines der modernsten britischen Kriegsschiffe. London reagiere damit auf "zunehmende Bedenken" hinsichtlich der Sicherheit des internationalen Seehandels in wichtigen Meerengen, hieß es weiter. Die "HMS Diamond" werde Patrouillen an diesen Meerengen ausführen, um eine Eskalation "durch böswillige und feindselige Akteure" zu vermeiden und "Handelsschiffen Sicherheit zu geben".
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat indes noch einmal bekräftigt, dass Israel nach dem Ende der aktuellen Feuerpause mit der Freilassung Dutzender Geiseln seinen militärischen Einsatz im Gazastreifen wieder aufnehmen werde. "Wird Israel, nachdem diese Phase der Rückkehr unserer Entführungsopfer vorbei ist, zum Kampf zurückkehren? Meine Antwort ist ein unmissverständliches Ja", sagte Netanyahu am Mittwoch. Nie im Leben werde sich Israel darauf einlassen, nicht bis zum Ende zu kämpfen.
Kriegsziel Israels ist eine militärische Zerstörung und Entmachtung der Hamas, die für den beispiellosen Angriff auf Israel am 7. Oktober mit 1.200 Toten verantwortlich war. Israel reagierte mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive, durch die weite Teile des Gazastreifens in Trümmer gelegt wurden. Dennoch scheint die Hamas, die in dem Palästinensergebiet im Jahr 2007 die Macht an sich gerissen hatte, dort nach wie vor zu einem gewissen Grad die Zügel in der Hand zu halten. Ihre Funktionäre verhandelten über eine Waffenruhe und organisierten die Freilassung von Dutzenden Geiseln, die sie bei ihrem Angriff verschleppt hatten.
Seit Freitagmorgen gilt eine Feuerpause, die bereits einmal verlängert wurde. Verhandlungen über eine weitere Verlängerung mit der Freilassung weiterer Geiseln schienen am Mittwoch voranzukommen. Diaa Raschwan, Leiter des staatlichen ägyptischen Informationsdienstes, sagte, es sei sehr wahrscheinlich, dass noch am (heutigen) Mittwoch eine weitere Verlängerung verkündet werde.