Große Trauer! Bühnen-Star Ingrid Höller verstorben

Starb völlig überraschend mit 72 Jahren: die Linzer Bühnen-Darstellerin Ingrid Höller.
Starb völlig überraschend mit 72 Jahren: die Linzer Bühnen-Darstellerin Ingrid Höller.Margit Berger
Die Bestürzung in der Kulturbranche ist groß: Ingrid Höller, Urgestein des legendären Linzer Theaters Phönix, ist überraschend gestorben.

"Wir trauern um eine großartige Schauspielerin, treue Wegbegleiterin, liebe Freundin und Kollegin", heißt es im Nachruf auf Höller, die gerade einmal 72 Jahre alt wurde. "Ihre Leidenschaft für das Theater, die Menschen und das Leben wird uns fehlen."

Sie stand mehr als 30 Jahre auf der Phönix-Bühne, verkörperte unzählige Rollen und füllte sie mit hingebungsvoller Energie und Schauspielkunst.

Die Linzerin absolvierte ihre Schauspiel-Ausbildung an der Anton Bruckner Privatuniversität in der Landeshauptstadt. Seit der Gründung des Phönix im Jahr 1989 war sie maßgeblich am Aufbau des Theaters beteiligt. Auch nach ihrer Pensionierung blieb sie dem Team als Gast treu.

Wirkte in fast 70 Produktionen mit

Die vielseitige Künstlerin wirkte in fast 70 Produktionen mit – von der allerersten Aufführung, Peter Turrinis "Rozznjogd", bis zum "Besuch der alten Dame" im Jahr 2020.

Darüber hinaus hatte sie Gastspiele bei Festivals in Mannheim, Zürich, Bern, Würzburg, Mainz, Salzburg, Wien und Graz. Außerdem wirkte sie bei den Sommertheatertagen Leopoldschlag (Bez. Freistadt), beim TheaterSPECTACEL Wilhering (Linz-Land), beim Festival Regionale Graz und am Kulturhauptstadtjahr Linz 09 mit.

Teil von Aufreger-Werbespot

Zuletzt war Ingrid Höller 2021 im Aufreger-Werbespot für den Linz Tourismus zu sehen, der vergangenes Jahr eine Neuauflage erhielt. Die Macher des Clips zeichneten ein provokant-überzeichnetes Bild der Stadt fernab der üblichen Hochglanzprospekt-Klischees. Viele Menschen waren von den schrägen Aufnahmen, u.a. ein schmusendes lesbisches Pärchen und Stinkefinger Richtung Kamera, begeistert. Nicht wenige entsetzten Attribute wie "altmodisch", "ein bisschen rassistisch" oder "Linz stinkt".

Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) verlangte gar, die Kampagne wieder zurückzuziehen. Die Verantwortlichen sahen ihr Ziel hingegen erreicht: Endlich werde über die Stadt, auch im Ausland, gesprochen. Das Video wurde auf YouTube bis heute fast 600.000-mal geklickt und mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht.

Erst Anfang Jänner musste sich die Linzer Theater-Szene von einer anderen Schauspiel-Größe verabschieden: Der gebürtige Münchner Thomas Pohl starb mit erst 55 Jahren, ebenfalls völlig überraschend. Er wirkte ebenfalls u.a. am Phönix und auch am Landestheater.

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