Lena Schilling

Grüne schicken 23-Jährige in EU-Wahlkampf

Nun ist es fix: Für die Grünen bewirbt sich die 23-jährige Lena Schilling als Spitzenkandidatin für den EU-Wahlkampf.

Leo Stempfl
Grüne schicken 23-Jährige in EU-Wahlkampf
Lena Schilling bewirbt sich um die Spitzenkandidatur zur EU-Wahl.
Helmut Graf

Die meisten Parteien haben ihre Spitzenkandidaten für die EU-Wahl im Juni schon bekanntgegeben. Andreas Schieder (54, SPÖ), Reinhold Lopatka (63, ÖVP) und Harald Vilimsky (57, FPÖ) sind schon fix. Für die NEOS ist Helmut Brandstätter (68) im Gespräch. Und bei den Grünen? Hier wurde am Wochenende die Polit-Newcomerin und Klima-Aktivistin Lena Schilling (23) kolportiert.

Mit Spannung wurde deswegen der offizielle Pressetermin mit Vizekanzler Werner Kogler am Montag erwartet. "Weil's um unsere Zukunft geht" steht auf einem großen, blauen Banner geschrieben. Und vor diesem erschien neben Kogler tatsächlich – im Partnerlook – Lena Schilling.

Werner Kogler konnte schon viel von ihr lernen, sagte er.
Werner Kogler konnte schon viel von ihr lernen, sagte er.
Helmut Graf

Stimme für Jugend und Klimaschutz

Viele hätten Kogler auf die Gerüchte angesprochen, nun ist der Tag gekommen, an dem er sagen kann: "Ja, Lena Schilling bewirbt sich" als Spitzenkandidatin zur EU-Wahl. Sie sei eine der wichtigsten Stimmen der Jugend und zum Klimaschutz. Schon beim ersten Kennenlernen bei einer Podiumsdiskussion sei Kogler klar gewesen, was sie draufhat. Dabei sei rasch herausgekommen: Bei den Sichtweisen, den Anliegen, den Zielen, hätten sie sehr viel gemeinsam.

Nicht nur für die Grünen, sondern generell für en Kilmaschutz in Europa sei das eine gute Nachricht. Schon in den letzten Jahren habe sie ihren Einsatz und ihre Durchsetzungskraft bewiesen. "Es gibt neben dem Frieden nichts Wichtigeres als den Schutz unserer Lebensgrundlagen." Das EU-Parlament ist einer der zentralen Orte, um unsere Welt zu gestalten und zu verbessern. Auch in Sachen Rechtsextremismus sei es wichtig, "dass sich dem eine junge, mutige Frau entgegenstellt".

Herzpumpern

Heute hier zu stehen mache Lena Schilling "ziemliches Herzpumpern", sagt sie einleitend. Sie ist 23, kommt aus Wien und ist mit "ganzem Herzen" Klimaaktivistin. Nun gehe es runter von der Straße um den Kampf fürs Parlament. Was sie jetzt machen will: Die Zukunft in die Hand nehmen. Dort hin, wo die Hebel stehen, wo die Entscheidungen getroffen werden, wo Klimagerechtigkeit bisher oft ignoriert wird.

"Ich bleibe Klimaaktivistin", sie werde nicht von einem Tag auf den anderen gestriegelte Berufspolitikerin. Ihre Kandidatur ist auch eine klare "Kampfansage gegen Rechts". Sie stehe für ein Europa der Geschlechtergerechtigkeit, wo rechte Hetze keinen Platz hat und eine starke Hochzeit. Sie freut sich auf die Auseinandersetzung – "Ich glaube, dass wir in Demokratien mehr streiten müssen." 

"So eitel bin ich nicht"

In der folgenden Fragerunde auf ihre außenpolitische Kompetenz angesprochen erklärt Schilling, nicht Expertin für Alles zu sein, sondern in einem Team anzutreten. Thomas Waitz etwa wird auf Listenplatz 2 liegen. In so einer komplexen Welt sich in allen Konflikten auszukennen sei vielleicht auch gar nicht möglich.

Überhaupt als Spitzenkandidatin angefragt zu werden sei für sie eine enorme Ehre. Dass angeblich schon zwei Ministerinnen vor ihr gefragt wurden – "so eitel bin ich nicht", als dass sie das kümmern würde. "Ich hab schon sehr viel von ihr gelernt", tadelt sie Kogler. Nun muss nur noch der Bundeskongress zustimmen.

Vergangenes Jahr sorgte Schilling mit einem Protest beim Opernball für Aufsehen:

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    Lena Schilling stürmte mit einem Klimaaktivisten den Roten Teppich, entrollte ein Protest-Transparent.
    Lena Schilling stürmte mit einem Klimaaktivisten den Roten Teppich, entrollte ein Protest-Transparent.
    System Change Not Climate Change
    leo
    Akt.