"Frau sollte dirigieren"

Grünen-Politikerin schimpft über das Neujahrskonzert

Während die ganze Welt das legendäre Neujahrskonzert genoss, giftete Abgeordnete Eva Blimlinger (Grüne) noch während des Klassik-Events live im Netz.

Heute Redaktion
Grünen-Politikerin schimpft über das Neujahrskonzert
Schimpft über den Radetzky-Marsch beim Neujahrskonzert: Eva Blimlinger von den Grünen.
apa/picturedesk ("Heute"-Montage)

Im Wiener Musikverein bejubelte ein begeistertes Publikum im Beisein höchster Polit-Prominenz vom Bundespräsidenten über den Kanzler abwärts das festliche Neujahrskonzert 2024. Auch an den TV-Bildschirmen und Radiogeräten erfreuten sich Hunderttausende weltweit am einzigartigen Kultur-Spektakel der Wiener Philharmoniker, diesmal unter der Leitung des deutschen Star-Dirigenten Christian Thielemann.

Grüne kann das Konzert nicht genießen

Aber ausgerechnet die Kultursprecherin der Grünen Partei, Eva Blimlinger, stimmte bereits am ersten Tag des neuen Jahres mieselsüchtig Misstöne an und kritisierte das Konzert und sein Publikum auf X scharf: "Tradition wird hochgehalten bei den Philharmonikern und dem Publikum des Neujahrskonzerts, weil‘s halt immer so schön ist, das Klatschen, Huldigung für den Sieg über Piemont und der k.k Armee über die Wiener Bevölkerung in der "Praterschlacht. #Radetzkymarsch in Zeiten der Kriege", so die Nationalratsabgeordnete.

Die Wiener Politikerin und Historikerin – die als Mediensprecherin ihrer Partei auch für die umstrittene ORF-Reform mit der Gebühr für alle mitverantwortlich ist – ätzte vor allem gegen die traditionelle Zugabe. Der weltberühmte Radetzkymarsch wurde nämlich vom kaisertreuen Komponisten Johann Strauß Vater im Zuge der Ereignisse der sogenannten 48er-Revolution verfasst und dem Oberbefehlshaber der österreichischen Truppen in Italien, Feldmarschall Josef Wenzel Radetzky, gewidmet.

Der Marsch wurde am 31. August 1848 bei einem Siegesfest "zu Ehren der tapferen Armee in Italien und zur Unterstützung der verwundeten Krieger" in Wien uraufgeführt. Eine Woche zuvor war dort ein Arbeiterprotest besonders blutig niedergeschlagen worden – was als "Praterschlacht" in die Geschichte einging.

Empörung über Sager

Empörte Antworten ließen nach dem provokanten Sager im Netz jedoch nicht lange auf sich warten: "Anstatt jährlich längst Vergangenes auszugraben, womit niemand mehr etwas anfangen kann (will), sollten Sie sich vielleicht einmal um die Gegenwart und Zukunft kümmern", lautete eine der vielen Antworten. "Ihr Grünen Spaßbremsen seid mit Eurem Kulturimperialismus die Zerstörer all dessen, was Freude macht und Wohlbefinden schafft", gab ihr auch ein bekannter VP-Unterstützer Kontra.

Es wäre an der Zeit, dass endlich eine Frau das Dirigat übernimmt
Eva Blimlinger
Grüne Politikerin

Darauf angesprochen, warum das Konzert eigentlich keine Frau dirigiert (auch 2025 schwingt mit Riccardo Muti wieder ein Mann den Taktstock), reagierte die Politikerin barsch: "Das entscheiden die Philharmoniker ganz allein, Göttin sei Dank (sic) und dennoch wäre es an der Zeit, dass endlich eine Frau das Dirigat übernimmt", so Blimlinger.

Auch Armin Wolf äußert sich zur Frauen-Causa

Auch ZiB2-Anchor Armin Wolf nahm das Thema übrigens auf und erklärte auf "X", dass es seit 1987 – trotz jährlich wechselnden Dirigenten  –noch nie eine Frau am Pult des Neujahrskonzerts gegeben hat. Der italienische Maestro Riccardo Muti wird dagegen 2025 bereits zum siebten Mal die Leitung übernehmen.

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