Grüne Welle

Bild: keine Quellenangabe

So schnell kann es gehen. Statt ein Hort des Bösen sind wir für Europa nun plötzlich tolle Madln und Burschen. Rechts abgewehrt, den ersten Grünen ins Amt gehievt. Umarmt oder zu Tode gedrückt zu werden, ist eben (auch im Journalismus) oft eine Frage der Tagesverfassung.

Fakt ist: Es war ein Cocktail an Motiven, der Van der Bellen ins Amt gespült hat:

Er führte den besseren Wahlkampf. Mit Oma Gertrude traf er einen Nerv, mit "I am from Austria" ins Herz.

Er konnte mobilisieren.

Er holte Wien (alle Bezirke) und die Frauen (über 60 Prozent).

Das Motiv Angst (vor einem FP-Präsidenten) zog besser als der Reiz, es dem Establishment heimzuzahlen.

Als Hofer in der letzten TVDebatte auf Trump machte, wurde er zur Hillary.

Nicht zuletzt: Die Österreicher strafen jeden ab, der (Neu-)Wahlen auslöst. Was bleibt? Dieser Wahlkampf hat viele Schwächen offengelegt, auch im Journalismus. Missionarischer Eifer überdeckt immer häufiger nötige Distanz. Wenn wir nicht lernen, andere Meinungen zu respektieren, werden wir uns über manches Wahlergebnis noch grün und blau ärgern

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