Gruseliger Trend? Puppen die verblüffend echt aussehen

Täuschend echt sehen die sogenannten "Reborner" Babypuppen aus. Sogar das Gewicht entspricht dem eines Neugeborenen.
Täuschend echt sehen die sogenannten "Reborner" Babypuppen aus. Sogar das Gewicht entspricht dem eines Neugeborenen.Picturedesk©Daniel Hollis
Kaum ein Mädchen hatte nicht zumindest eine Puppe mit blonden Locken und rosa Seidenkleid. Puppen für Erwachsene können zuweilen aber gruselig sein.

Mädchen lieben ihre Puppen. Der Spaß am Puppenspielen war ja die synthetischen Haare zu frisieren, die Kleidchen anzuziehen und so zu tun als wäre man "Mama". Die Sammlerpuppen der Oma aus Porzellan durfte man ja nicht berühren und sie nur über die Glasvitrine bewundern. Nun gibt es aber einen neuen Trend für erwachsene Frauen. Die sogenannten "Reborner" (wiedergeboren) gleichen einem echten Baby aufs Haar und unterscheiden sich auch in Größe und Gewicht nicht von einem echten Säugling. Die "Reborner" Künstler sorgen auch für echten Flaum auf den Puppenköpfen und sogar manchmal für die sogenannten "Storchenbisse" im Gesicht. Selbst der Duft erinnert an ein echtes Menschenbaby.

Puppe als Kindesersatz?

Klar, seltsame Sammelleidenschaften liegen immer im Auge des Betrachters und so spalten sich die "Reborner"-Liebhaber in zwei Lager. Für ganz wenige dient das unechte Baby wirklich als Kindesersatz die den Puppen sogar täglich die Windeln wechseln. Problematisch wird es laut Psychologen auch erst dann, wenn das Plastikwesen bedeutsamer wird, als das reale Leben. Vor allem bei Frauen mittleren Alters kann eine Puppe sogar leichte Depressionen und das "empty-nest"-Syndrom lindern, wenn alle Kinder aus dem Haus sind und man niemanden mehr hat, um dem man sich kümmern darf.

Besondere Unikate ersteigern Sammler oft im fünstelligen Bereich

Die reinen Sammler sehen in diesen realistischen Puppen ein reines Kunstobjekt und streben nach einer besonderen Auflage oder einem Prototypen. Gute "Reborner"-Künstler investieren pro Puppe schon einmal 100 Arbeitsstunden und verkaufen die Unikate dann an Sammler im vierstelligen Bereich. Es kam aber auch schon vor, dass Prototypen auf E-bay um 10.000 Euro versteigert wurden.

Zu Therapiezwecken oder Sammelleidenschaft. Die "Reborner"-Babys sind gewöhnungsbedürftig
Zu Therapiezwecken oder Sammelleidenschaft. Die "Reborner"-Babys sind gewöhnungsbedürftigPicturedesk©Tom Silverstone

"Erinnerungsbabys" auf Wunsch

Obwohl der Trend in Amerika seinen Anfang nahm, gibt es nun auch schon bei uns richtige Reborner-Communitys. Für Puppen werden sogar Instagram-Profile erstellt, wo man sich wirklich schwer tut, dass Plastikkind von einem echten Baby zu unterscheiden. "Reborner"-Künstler stellen auf Wunsch auch sogenannte "Erinnerungsbabys" her. Dies sind Nachbauten eines bereits verstorbenen Babys oder schon längst erwachsenen Kindern die einen therapeuthischen Zweck erfüllen sollen. Psychologen scheinen sich hier uneinig darüber zu sein, ob dies wirklich hilfreich bei dem Verlust eines Kindes sein kann, da man den Trauerprozess zuweilen austrickst.

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