GTI-Treffen "ist noch viel schlimmer als befürchtet!"

Das GTI-Treffen am Faaker See und Wörthersee scheint völlig aus dem Ruder zu laufen. Anrainer, Touristiker und Politiker sind entsetzt.

Bis zu 3.000 Besucher drängten sich ohne Babyelefanten und Mundschutz an der "Turbokurve". "Zwischen 22 und 3 Uhr braucht man Ohropax", klagt eine Anrainerin gegenüber dem Portal "5min.at". Nicht ein Parkplatz sei mehr frei, weder MNS-Pflicht noch Abstand werden eingehalten." Ein "5min"-Reporter spricht bei seinem Lokalaugenschein sogar von einer "gesetzesfreien Zone" – "Heute" berichtete.

"Es ist noch viel schlimmer, als erwartet und als befürchtet", schildert der verzweifelte Bezirkshauptmann von Villach-Land gegenüber der "Kleinen Zeitung". "Die Lage vor Ort ist absolut grenzwertig und extrem. Teilweise gibt es anarchistische Zustände", so der Politiker. Er habe Angst vor den kommenden Tagen. 

"Wir müssen diese Verrückten von unseren Straßen bekommen!" 

Auch die Polizei spricht von einem Massenansturm: "Es ist schon sehr viel los. Deutlich mehr als bei anderen sogenannten GTI-Nachtreffen", wird Sprecher Mario Nemetz zitiert. Schätzungen zufolge dürften bis zu 15.000 GTI-Fans mit ihren Boliden nach Kärnten reisen. Die meisten Einsätze seiner uniformierten Kollegen habe es demnach wegen Lärmbelästigung und Geschwindigkeitsübertretungen gegeben.

Die lärmenden Raser sind auch den Touristikern ein Dorn im Auge. "Das Maß ist mehr als überschritten", so der Chef der Kärnten Werbung Christian Kresse: "Das ist schon lebensgefährlich! Wir müssen diese Verrückten von unseren Straßen bekommen". Das GTI-Treffen habe sich zu "Ballermann-Tourismus schlimmster Ausprägung" entwickelt.

"Es sind immer mehr Rowdys da"

In die selben Kerbe schlagen auch Georg Overs, Chef der Tourismusregion Villach-Faaker See-Ossiacher See, und der Bürgermeister von Finkenstein Christian Poglitsch. Ersterer fordert, dass Signale gesetzt und "im Anlassfall" auch Plätze gesperrt werden. Letzterer hat dies bereits getan: "Wir haben alle öffentlichen Plätze gesperrt", so Poglitsch zur "Kleinen Zeitung". Weitere Maßnahmen werden in Anbetracht der Exzesse bereits geprüft.

Widerstand

"Es sind immer mehr Rowdys da, die offenbar meinen, für sie gelten überhaupt keine Regeln". Der Region bringe ein solches Treffen keinerlei Mehrwert: "Alleine wenn ich sehe, wie viele Polizisten im Einsatz sein müssen, damit die Situation nicht völlig eskaliert, überwiegen die Kosten bei Weitem", lautet das Resümee des Politikers.

Sie alle sind sich einig, es muss eine Trendwende geben: "Ein weiteres derartiges Treffen halten wir nicht mehr aus. Da haben wir einen Aufstand."

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