Platter: "Tirol besteht nicht nur aus Aprés-Ski"

Tirols Landeshauptmann Günther Platter
Tirols Landeshauptmann Günther PlatterScreenshot/ ORF
Tirols Landeshauptmann Günther Platter war am Freitagabend zu Gast in der "ZIB 2" und sprach über die Corona-Maßnahmen.

Deutschland hat nach Wien und Vorarlberg am Freitag auch Tirol zum Corona-Risikogebiet erklärt. Der Grund für diesen Schritt ist die stark steigende Infektionszahl im Bundesland. Landeshauptmann Günter Platter (ÖVP) hatte bereits letzte Woche auf strengere Maßnahmen gesetzt und die Verordnungen der Bundesregierung unterstützt.

Die westlichen Bundesländer - Vorarlberg, Tirol und Salzburg - haben auf die aktuelle Corona-Lage in den einzelnen Ländern bereits reagiert und die Sperrstunde auf 22.00 Uhr vorverlegt. Der Tiroler Landeschef Günther Platter äußerte sich am Freitagabend in der "ZIB 2" zu den Corona-Maßnahmen im Land.

"Das ist ein schwerer Schlag für Tirol. Es geht hier auch um die Existenz der Tiroler. Jeder vierte Arbeitsplatz hängt am Tourismus", sagt Günther Platter zur Reisewarnung Deutschlands. Es gehe nun darum, nach vorne zu schauen. "Wir müssen von den Neuinfektionen so rasch wie möglich runter und dafür sorgen, dass es keine Reisewarnung mehr für Tirol gibt."

"Herr Platter, was haben Sie aus Ischgl gelernt?"

Im Gespräch mit Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher äußerte sich der Tiroler Landeschef erneut zu Ischgl und stellte dabei klar: "Was in Ischgl passiert ist, geht mir unter die Fingernägel. Ich bedauere sehr, was dort passiert ist". Eine Landeskomission sehe sich den Fall ganz genau an und werde untersuchen, "was hier genau passiert ist". "Wir müssen transparent vorgehen und das tun wir auch."

"Was haben Sie aus Ischgl gelernt?", wollte Lorenz-Dittlbacher vom Tiroler Landeshauptmann wissen. Platter: "Wir haben sehr massiv gearbeitet, auch mit der Bundesregierung. Und Aprés-Ski wird es in dieser Form in diesem Winter nicht mehr geben. Es ist kein Tanz möglich und auch an Bars dürfen keine Getränke bestellt werden."

Dies sei laut Platter eine "drastische Maßnahme", aber "Tirol ist mehr als Aprés-Ski". In der "ZIB2" erklärte der 66-Jährige auch, dass man alles tun werde, damit die Sicherheit der Bevölkerung, Mitarbeiter und der Gäste gewährleistet werden kann und diese "einen schönen Urlaub" haben.

Strenges Vorgehen gegen Corona-Rebellen

Gegen Personen, die sich nicht an die Corona-Regeln halten, will Platter hart vorgehen. "Wenn sich jemand überhaupt nicht daran hält, dann wird auch die Polizei einschreiten". Zwar könne man nicht hinter "jedem Gast einen Polizisten herschicken", dennoch werde streng kontrolliert.

"Der Abstand und die Hygiene-Vorschriften müssen eingehalten werden", so Platter. Zudem werde in den Lokalen auch die Musik "sehr leise" sein. "Aprés-Ski wie früher, wird es nicht geben", betonte der Tiroler Landeschef erneut. Auch in den Seilbahnen würden strenge Sicherheitsmaßnahmen gelten, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern zu können.

Der Tiroler Landeshauptmann ist auch davon überzeugt, dass "wenn wir uns gut vorbereiten, wir den Wintertourismus gut über die Bühne bringen". 

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