Ein schweres Zugunglück hat am Samstagnachmittag das Waldviertel erschüttert. An einem Bahnübergang nahe Thaua bei Allentsteig wurde ein Pkw von einem Güterzug erfasst. Für die Eltern eines fünfjährigen Mädchens kam jede Hilfe zu spät.
Gegen 16 Uhr wollte der Lenker mit seinem Wagen den mit Blinklicht gesicherten Bahnübergang der Franz-Josefs-Bahn queren. Zur selben Zeit näherte sich ein Güterzug. Das Schienenfahrzeug erfasste den Pkw und schleifte ihn mit.
Im Auto befanden sich laut "Kronen Zeitung" neben den Eltern auch deren fünfjährige Tochter. Während die beiden Erwachsenen bei dem Zusammenstoß ums Leben kamen, konnte das Kind lebend aus dem Wrack gerettet werden.
Nach der Erstversorgung wurde das Mädchen mit dem Notarzthubschrauber in ein Spital geflogen. Die Bergung des Unfallfahrzeugs gestaltete sich schwierig. Der Pkw hatte sich unter der Lok verkeilt und musste mit Seilwinden vom Zug getrennt werden.
Die Feuerwehren aus Thaua, Allentsteig, Göpfritz an der Wild und Schwarzenau standen dabei stundenlang im Einsatz. Auch für den Lokführer hatte das Unglück Folgen. Er blieb zwar unverletzt, erlitt jedoch einen schweren Schock und wurde von einem Kriseninterventionsteam betreut.
Die Ursache des Zusammenstoßes ist derzeit noch unklar. Ob der Lenker das Blinklicht übersehen hat oder andere Umstände zu dem Unglück führten, ist laut "Krone" Gegenstand der Ermittlungen.
Wegen des Einsatzes musste die Bahnstrecke zwischen Göpfritz an der Wild und Allentsteig rund drei Stunden gesperrt werden. Kurz nach 19 Uhr konnte der Zugverkehr wieder aufgenommen werden.
Die betroffene Bahnkreuzung war bereits in der Vergangenheit Schauplatz schwerer Unfälle. Im Jahr 2015 kam dort ein Lokführer ums Leben, als ein Zug mit einem Sattelschlepper kollidierte, berichtet die Tageszeitung.
Vier Jahre später wurde an derselben Stelle ein Auto von einem Zug erfasst, der Lenker blieb damals unverletzt.