Lange hielt Johann Lafer seine Erkrankung aus der Öffentlichkeit heraus. Jetzt spricht der bekannte Koch erstmals gegenüber der BILD offen über die schwerste Herausforderung seines Lebens. Seit Anfang des Jahres wird der 68-Jährige wegen Lymphdrüsenkrebs behandelt.
Wie Lafer berichtet, wurde die Krankheit bereits vor zweieinhalb Jahren entdeckt. Anfangs beobachteten die Ärzte die betroffenen Lymphknoten, später wurden mehrere davon entfernt. Im Jänner verschlechterte sich sein Gesundheitszustand schließlich deutlich. Seitdem erhält der TV-Koch Chemotherapie, vier Behandlungszyklen hat er bereits hinter sich.
Besonders belastend sei die Situation für seine Frau Silvia gewesen. Das Paar geht seit Jahrzehnten gemeinsam durchs Leben. "Wir haben bei null angefangen", erzählt Lafer der deutschen Boulevardzeitung. "So etwas schweißt zusammen."
Auch die gemeinsamen Kinder Jennifer (31) und Jonathan (25) wurden lange nicht eingeweiht. Erst vor rund zwei Monaten erfuhren sie von der Erkrankung ihres Vaters. "Wir wollten es so lange wie möglich geheim halten. Sie sind dann sofort gekommen. Sie waren unglaublich stark. Sehr hilfsbereit", sagt er der BILD.
Trotz der schwierigen Monate gibt es für den Starkoch positive Signale. Die Behandlung zeige Wirkung, berichtet er. "Das ist das Positive", erzählt Lafer der Boulevardzeitung. "Man sieht, dass die Knoten kleiner werden. Dass die Behandlung anschlägt. Und das gibt mir Kraft."
Zusätzlichen Halt findet der gebürtige Steirer in seinem Glauben. "Mein Glaube ist ganz wichtig, ich bete auch", sagt Lafer. Eine prägende Erfahrung habe ihm zudem geholfen, anders über das Leben und den Tod nachzudenken. "Als meine Schwiegermutter starb, verabschiedete ich mich von ihr, da war sie schon gegangen. Ein Moment, den ich bis heute nicht vergesse. Seitdem habe ich diese größere Angst vor dem Tod verloren", erklärt er gegenüber der BILD.
Für ihn sei dadurch eine wichtige Erkenntnis gereift. "Wir sind Gast auf Erden. Es ist endlich. Es wird nichts geben, was uns davon befreit. Ich hoffe nur, dass ich noch möglichst lange Gast sein darf", wird er weiter zitiert.
Die Krankheit habe auch seinen Blick auf viele Dinge verändert. Besonders die Wertschätzung von Menschen berühre ihn heute stärker als früher. "Da sagt plötzlich ein Taxifahrer zu mir: 'Herr Lafer, Ihr Rührei ist das beste der Welt.' Das berührt mich heute mehr denn je. Ich brauche die Menschen. Diese Wertschätzung. Diese Nähe", so Lafer zur BILD.
Mittlerweile versucht der Koch, bewusster zu leben und gemeinsame Zeit mit seiner Frau nicht mehr aufzuschieben. "Ich habe immer zu meiner Frau gesagt: 'Jetzt müssen wir endlich mal das machen, was wir nie machen konnten.'" Statt Termine immer wieder zu verschieben, gönne sich das Paar nun öfter kurze Reisen und gemeinsame Auszeiten.
Auch wenn die Therapie Kraft kostet, richtet Lafer seinen Fokus auf die positiven Entwicklungen. "Ich richte meinen Blick nicht auf das, was nicht geht. Sondern auf das, was möglich ist. Am Ende ist es ein Tapetenwechsel. Dann sage ich mir: Das tut mir gut. Und die Therapie schlägt ja auch an, es wird besser", sagt er der deutschen Boulevardzeitung.
Aufgeben ist für den 68-Jährigen keine Option. "Ich kämpfe", sagt Johann Lafer. "Und ich glaube fest daran, dass ich das schaffe. Auch mithilfe meiner tollen Freunde und Familie."