Haben die Contact-Tracer die Lage noch unter Kontrolle?

Im Mai und Juni mussten die Contact-Tracer in der Bundeshauptstadt pro Infiziertem nur drei bis vier Personen ausfindig machen. Inzwischen sind es durchschnittlich zehn.
Im Mai und Juni mussten die Contact-Tracer in der Bundeshauptstadt pro Infiziertem nur drei bis vier Personen ausfindig machen. Inzwischen sind es durchschnittlich zehn.iStock
Wird jemand positiv auf Covid-19 getestet, sollten dessen Kontaktpersonen von Contact-Tracern informiert werden - so zumindest die Theorie.

In der Krise zählt quasi jede Minute, wenn es darum geht, die Kontakte von Corona-Positiven aufzuspüren. Die Nachverfolgung der möglichen Ansteckungen ist derzeit eines der wenigen wirksamen Mittel, um zu verhindern, dass sich das Virus unkontrolliert ausbreitet. Doch das Contact-Tracing in Österreich scheint aktuell aus dem Ruder zu laufen.

"Vienna-Contact-Tracing hier." Bereits ein bis zwei Tage nach einem positiven Covid-19-Testergebnis sollten diese Worte der Corona-Detektive aus dem Telefon kommen, erklärt Corina Had vom Medizinischen Krisenstab gegenüber "Heute.at". Es folgt eine kurze Befragung zur Ermittlung sogenannter K1-Personen. Sprich, wer sich in den vergangenen Tagen länger als 15 Minuten mit einem Covid-19-Infizierten nahe im selben Raum aufgehalten hat, sollte kurz darauf den gleichen Anruf erhalten und Heimquarantäne verordnet bekommen.

Kontaktpersonen selbst informieren

"Die Betroffenen bekommen formell außerdem die Information, dass sie ihre Kontakte natürlich auch so schnell wie möglich selbst informieren können", so Had. Dies dürfte derzeit allerdings zur Regel werden. Immer öfter wird berichtet, dass K1-Personen erst viele Tage später oder gar nicht offiziell informiert wurden. So musste auch der Wiener Francis Rafal 92 Kontaktpersonen selbst anrufen, um die weitere Verbreitung des Virus zu verhindern.

Immer mehr K1-Personen

Tatsächlich zeigte eine Mitschrift aus der Sitzung der Corona-Kommission Mitte September, dass in vielen Regionen Österreichs die rasche Rückverfolgung der Risikokontakte kaum noch zu bewältigen ist, wie der "Standard" berichtete. Vielerorts mangelt es an Personal und Contact-Tracer werden dringend gesucht.

Kein Wunder, schließlich mussten im Mai und Juni in der Bundeshauptstadt in der Regel pro Infiziertem nur drei bis vier Personen ausgeforscht werden. Inzwischen sind es durchschnittlich zehn.

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