Ein Cyberangriff sorgt in Rumänien für massive Probleme. Nach einer Attacke auf die nationale Katasterbehörde ANCPI ist das digitale Grundbuchsystem ausgefallen. Immobilienkäufe können derzeit nicht abgeschlossen werden, auch Hypotheken und Eigentumsnachweise sind betroffen.
Auslöser soll ein gescheiterter Erpressungsversuch gewesen sein. Danach habe der Angreifer die Daten des Systems gelöscht. Im Darknet behauptete der Hacker außerdem, die Online-Backups unbrauchbar gemacht sowie Quellcodes und interne Daten zum Verkauf angeboten zu haben. Da das rumänische Grundbuch vollständig digital geführt wird, hat der Ausfall weitreichende Folgen.
Laut dem Fachportal "Risky Business" soll sich der Täter mit gültigen Zugangsdaten Zugriff auf die Systeme der ANCPI verschafft haben. Mitte Juli war der Vorfall zunächst als "technisches Problem" bezeichnet worden, inzwischen hat die Behörde den Cyberangriff bestätigt. Die Apps und Webseiten der Behörde bleiben offline.
Für viele Immobilienkäufer kommt der Ausfall zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Ab 1. August 2026 soll die Mehrwertsteuer auf Neubauwohnungen von neun auf 21 Prozent steigen. Weil zahlreiche Kaufabschlüsse derzeit nicht möglich sind, drohen Betroffenen höhere Kosten oder der Verlust ihrer Anzahlungen.
Die ANCPI erklärt, über "Offline-Backups" zu verfügen und an der Wiederherstellung der Systeme zu arbeiten. Einen Termin für die Rückkehr zum Normalbetrieb gibt es aber nicht. Zudem betont die Behörde, Berichte über die Folgen des Angriffs entsprächen "weder der Realität noch dem Stand der Ermittlungen". Das rumänische Parlament berät unterdessen über eine mögliche Verschiebung der Mehrwertsteuer-Erhöhung.
Als mutmaßlicher Angreifer gilt der Hacker "ByteToBreach". Die rumänische Cybersicherheitsbehörde hatte die ANCPI bereits mehrfach auf Sicherheitsmängel hingewiesen. Laut der Investigativplattform "Public Record" wurden unter den geleakten Daten auch aktive Mitarbeiterkonten mit einfachen Standardpasswörtern wie "passw0rd" gefunden.