"Wir brauchen wieder Bewegungsraum für unsere Kinder", erklärte Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker in der "ZiB2". Noch sei aber Disziplin gefragt.
"Man kann nicht in einer Stadt mit hunderttausenden Kindern sämtliche Spielplätze über Wochen geschlossen halten", betonte der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Donnerstagsabend in der "ZiB2". Vor allem Sorgen würde ihm jene Menschen machen, die derzeit in kleinen Wohnungen ausharren würden und die keine Möglichkeit hätten, an die frische Luft zu kommen.
Dauer bis Spielplatz-Öffnung "eher kürzer"
Daher tritt er für eine baldige Wiedereröffnung der Wiener Spielplätze ein, zusammen mit der bereits geforderten Öffnung der Bundesgärten, würde das dringend benötigten Bewegungsraum geben. Zudem hätten die Wiener so eine Perspektive, wie es weitergeht.
Aktuell sei aber noch Disziplin und das Einhalten der gültigen Regeln gefragt, dennoch werde der Zeitpunkt kommen, an dem Einrichtungen auch wieder freigegeben würden, so Hacker. Dieser müsse "eher kürzer als in weiter Ferne" kommen.
Doch dem widerspricht ausgerechnet Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Wie er gegenüber der "Krone" sagte, bleiben die Wiener Spielplätze zumindest bis 13. April geschlossen.
Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) in der ZiB2:
(Bild: Screenshot/ORF)
"Stoßen mit Tests an Grenze des Machbaren"
Die Kritik, dass in Wien zuwenig getestet würde, wies Hacker zurück. "Der Ruf nach 'testen, testen, testen' kommt von mehreren Seiten. Aber wir stoßen hier an die Grenzen des Machbaren und Realistischen".
Die Stadt Wien teste soviel wie notwendig, sei aber auf die Reagenzien des Weltmarkts angewiesen. "Gerade wurde Wien von internationalen Konzernen 3.000 Test zu gewiesen, wenn diese verbraucht sind, müssen wir warten, bis wieder eine Lieferung eingeht", so Hacker.
Corona-Dunkelziffer in Wien beim "Zwei- bis Dreifachen"
Dass Tirol mehr Tests durchführe, sei "logisch und richtig", da die Corona-Fallzahl dort doppelt so hoch wie in Wien sei. Laut den seriösesten Schätzungen von Experten liege in Wien die Dunkelziffer etwa "das Zwei- bis Dreifache" über den getesteten Personen.
"Wir haben in Wien schon sehr früh begonnen, Menschen mit dem Verdacht auf eine Covid-Erkrankungen daheim aufzusuchen und Abstriche zu nehmen. Damit haben wir es ihnen erspart, durch die Stadt zu fahren, um eine Gesundheitseinrichtung zu besuchen", so Hacker. Das habe beigetragen, die (unabsichtliche) Ausbreitung der Virus so gering wie möglich zu halten.
Nachschub an Schutzkleidung in Aussicht
Die Abhängigkeit von internationalen Lieferungen zeige sich auch bei der nötigen Schutzkleidung. "Wir können nur austeilen, was der Weltmarkt hergibt", so Hacker. Der KAV habe einen Jahresvorrat an Schutzkleidung und Masken für "den normalen Spitalsbetrieb", jetzt gehe es aber um die kleineren Masken.
"Da ist eine Lieferung an der deutschen Grenze steckengeblieben, eine weitere mit 100.000 Masken auf einem türkischen Flughafen. Nun ist es aber der Bundesregierung endlich gelungen, Nachschub zu bekommen, ich gehe von einer baldigen Verteilung aus", so Hacker.
Niedergelassene Ärzte und Pflegedienste in Versorgungslinie der Stadt
Nach der Kritik vieler niedergelassener Ärzte, die überhaupt keine Schutzkleidung hätten, habe Hacker mit der Ärztekammer eine neue Vereinbarung getroffen. "Die Ärzte und mobile sowie stationäre Pflege in Wien wird nun in die Versorgungslinie der Stadt aufgenommen. Wir sind gerade dabei eine riesengroße Bestellung aufzugeben", betont Hacker.