Nach Angriffen auf Supermarktkühlanlagen haben Hacker in Frankreich nun auch Kühlschränke eines Blutspendedienstes ins Visier genommen.
Mehrere Geräte wurden dabei von minus 30 Grad Celsius auf 110 Grad umgestellt.
Wie "l'essentiel" berichtet, bestätigte der französische Blutspendedienst am Mittwoch gegenüber dem Sender BFM den Angriff auf drei Anlagen eines Dienstleisters. Die Betriebstechnik der Kühlschränke war online steuerbar, was den Hackern den Zugriff ermöglichte.
Yvon Boutry, Bereichsleiter Netzwerk und Sicherheit bei Proximus NXT Luxembourg, erklärte: "Wenn es jemandem gelingt, sich anstelle der zuständigen Wartungsfirma Zugang zu verschaffen, kann er die Anlagen nach Belieben manipulieren." Solche Angriffe seien laut Boutry nicht besonders komplex und zeigten vor allem, dass es an Sicherheitsvorkehrungen mangele.
Frédéric Pacoud, Leiter des Blutspendedienstes, betonte: "Die Sicherheit der Produkte wurde nicht beeinträchtigt." Nur durch das rasche Entdecken des Angriffs konnten Blutkonserven, die für Patienten bestimmt waren, vor Schäden bewahrt werden.
In den vergangenen Tagen gab es auch in Supermärkten in Luxemburg, Deutschland, Belgien und weiteren Ländern Probleme mit Kühlsystemen. Bereits zuvor kam es zu Cyberangriffen auf veraltete Kühlanlagen eines dänischen Herstellers in französischen Supermärkten, wodurch große Mengen an Lebensmitteln vernichtet werden mussten.
Laut Experten ist die industrielle Infrastruktur besonders anfällig für Cyberangriffe, da oft veraltete Anlagen mit modernen IT-Systemen verbunden sind. So können Hacker Störungen in der realen Welt verursachen. Hinweise auf die Täter oder deren Motive gibt es bisher nicht.