Bereits 5 Länder betroffen

Angriff legt Kühlsysteme in Europas Supermärkten lahm

Hacker haben Kühlanlagen in Supermärkten mehrerer Länder manipuliert. Die Temperaturen schossen in die Höhe, Lebensmittel mussten entsorgt werden.
03.11.2026, 07:27
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Statt Lebensmittel zu kühlen, heizten sich die Kühlregale plötzlich massiv auf. In zahlreichen Supermärkten quer durch Europa haben Hacker die Steuerung der Kühlanlagen manipuliert und damit große Mengen an Lebensmitteln unbrauchbar gemacht. Besonders drastisch waren die Auswirkungen in Belgien, wo laut Medienberichten stellenweise Temperaturen von bis zu 70 Grad erreicht wurden.

Auch ein Edeka-Markt im niederbayerischen Reisbach wurde Opfer eines solchen Angriffs. Dort mussten große Mengen an Kühlware weggeworfen werden – das berichtet "focus.de".

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"Unmengen an Lebensmitteln mussten in die Tonne"

Der Betreiber des betroffenen Edeka-Marktes machte seinem Ärger auf Facebook Luft. "Die traurige Folge: Unmengen an Lebensmitteln mussten in die Tonne", schrieb er über die Auswirkungen der Manipulation.

Immerhin konnte ein Teil der Waren noch gerettet werden. "Foodsharing hat kurzfristig alles abgeholt, was noch irgendwie zu retten war." Der überwiegende Teil der gekühlten Lebensmittel war allerdings nicht mehr zu gebrauchen und musste entsorgt werden.

Am Dienstag sollen die Regale des Supermarktes wieder mit frischen Produkten gefüllt sein. Die Polizei in Niederbayern hat Ermittlungen aufgenommen. Dabei wollen sich die Beamten auch mit den zuständigen Behörden in anderen betroffenen Ländern austauschen.

Kühlregale plötzlich bis zu 70 Grad heiß

Das Ausmaß der Angriffe wurde am Montag gegen 4 Uhr früh deutlich. In zahlreichen Supermärkten schlugen automatische Warnsysteme Alarm und verschickten SMS an die Verantwortlichen.

Besonders viele Fälle wurden laut "focus.de" aus Belgien gemeldet. Die Supermarktkette Delhaize bestätigte Manipulationen in Dutzenden Filialen in Flandern und der Wallonie. Auch Carrefour Belgien war mit mindestens 15 Standorten betroffen.

Die Angreifer sollen die Temperaturen in manchen Kühlregalen auf bis zu 70 Grad hochgeschraubt haben. In einer belgischen Fleischhauerei wurde laut Betriebsleitung gezielt die Abtaufunktion der Kühlanlage manipuliert.

Auch Schweden und weitere Länder betroffen

Die Angriffe beschränkten sich nicht auf Belgien und Deutschland. In Schweden meldete die Supermarktkette Ica mindestens sechs betroffene Filialen. Ein Markt im Süden des Landes berichtete, dass die Kühlung gezielt auf 50 Grad gestellt worden sei.

Auch bei Coop kam es in sechs Supermärkten in Mittelschweden zu Problemen mit den Kühlsystemen. Weitere Meldungen über manipulierte Anlagen gab es aus Finnland, Luxemburg, Estland und Irland.

Ähnliche Hackerangriffe bereits in Frankreich

Die Vorfälle erinnern an eine Serie von Angriffen, die sich erst vor wenigen Wochen in Frankreich ereignet hatte. Dort wurden die Temperaturen in Hunderten Supermärkten ebenfalls auf bis zu 50 Grad erhöht. Die Folgen waren auch damals enorm: Große Mengen an frischen und tiefgekühlten Lebensmitteln mussten vernichtet werden.

In den betroffenen französischen Märkten kamen Steuerungssysteme des dänischen Herstellers Danfoss zum Einsatz. Das Unternehmen erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass viele der angegriffenen Anlagen bereits veraltet gewesen seien und keine Sicherheitsupdates mehr erhalten hätten.

Ob die Hacker bei den aktuellen Angriffen erneut Systeme dieses Herstellers ins Visier genommen haben, ist derzeit noch nicht geklärt.

wil, 03.11.2026, 07:27