28 Jahre lang war er unterwegs, jetzt ist er endlich wieder daheim! Der britische Abenteurer Karl Bushby (57) hat am Montag seine unglaubliche Reise um die Welt beendet. Nach rund 50.000 Kilometern erreichte er sein Elternhaus in Hull (Großbritannien), wo seine Mutter Angela bereits auf ihn wartete.
Der emotionale Moment nach fast drei Jahrzehnten: Mutter und Sohn fielen sich in die Arme. "Wo warst du denn?", fragte Angela ihren Sohn, den sie seit zehn Jahren nicht mehr persönlich gesehen hatte.
"Es ist schön, wieder zu Hause zu sein. Es fühlt sich surreal an", sagte Bushby sichtlich bewegt. Damit ging eines der außergewöhnlichsten Abenteuer der vergangenen Jahrzehnte zu Ende.
Alles begann im November 1998. Damals brach der ehemalige Fallschirmjäger im chilenischen Punta Arenas auf. Sein Ziel: zu Fuß zurück in seine Heimatstadt Hull in England.
Dafür stellte sich Bushby zwei eiserne Regeln auf. Er durfte keine Verkehrsmittel benutzen, um auf seiner Route voranzukommen. Und er durfte erst dann nach Großbritannien zurückkehren, wenn seine Reise tatsächlich beendet war.
Was ursprünglich deutlich kürzer dauern sollte, wurde zu einer 28-jährigen Odyssee über vier Kontinente und durch rund 30 Länder.
Auf seiner außergewöhnlichen Reise musste Bushby immer wieder an seine Grenzen gehen. Er kämpfte sich durch den gefährlichen Dschungel der Darién-Lücke zwischen Kolumbien und Panama und überquerte 2006 die zugefrorene Beringstraße zwischen Alaska und Russland.
Auch der Ärmelkanal konnte ihn nicht aufhalten. Erst im Oktober 2026 schwamm der Brite von Frankreich nach England. Für die letzte große Hürde benötigte er mehrere Tage.
Doch nicht nur die Natur machte ihm zu schaffen. Visa-Probleme, Grenzbeschränkungen, die weltweite Finanzkrise und die Corona-Pandemie verzögerten seine Rückkehr immer wieder. Tatsächlich verbrachte er nach eigenen Angaben nur rund 15 der 28 Jahre mit dem Wandern.
Bereits am Sonntag wurde Bushby bei der Überquerung der Humber-Brücke von seiner Familie empfangen. Dort warteten sein Sohn Adam (36), sein Vater, seine Brüder und seine zwölfjährige Enkelin auf ihn. Besonders berührend: Seine Enkelin hatte Bushby zuvor noch nie persönlich kennengelernt.
Am Montag folgte der große Empfang in Hull. Zahlreiche Menschen jubelten dem 57-Jährigen im Stadtzentrum zu. Auch Bürgermeisterin Maria Coward begrüßte den Abenteurer. "So einen Empfang wie diesen habe ich sicher noch nie erlebt. Es ist Wahnsinn", zeigte sich Bushby überwältigt.
Seine Reise war allerdings keineswegs immer von Begeisterung und Unterstützung geprägt. Bushby startete nach eigenen Angaben als mittelloser Rucksacktourist. Zeitweise war er auf die Hilfe fremder Menschen angewiesen und musste sogar weggeworfene Lebensmittel vom Straßenrand essen.
Erst später konnte er Sponsoren gewinnen und einen Buchvertrag abschließen. Auch der deutsche Star-Regisseur Werner Herzog wurde auf seine Geschichte aufmerksam und arbeitet an einem Filmprojekt über den außergewöhnlichen Abenteurer.
So sehr sich Bushby über seine Rückkehr freut, so ungewiss ist für ihn die Zukunft. Schließlich bestimmte das Abenteuer fast sein halbes Leben. Der 57-Jährige befürchtet, dass ihm die Rückkehr in einen gewöhnlichen Alltag schwerfallen könnte. Über Jahrzehnte war er vor allem eines: der Mann, der um die Welt wandert.
Jetzt muss er sich eine völlig neue Aufgabe suchen. Dazu zitierte er ein Sprichwort: "Das Einzige, was schlimmer ist als ein Mann, der seine Träume nicht verwirklichen kann, ist ein Mann, der seine Träume verwirklicht hat."
Nach 28 Jahren, 50.000 Kilometern und unzähligen Strapazen ist Bushby endlich am Ziel. Doch während seine Familie die Heimkehr feiert, steht der 57-Jährige vor einer völlig neuen Herausforderung: einem Leben ohne das Abenteuer, das ihn fast drei Jahrzehnte lang begleitet hat.