Die steigenden Energiepreise infolge des Angriffs auf den Iran setzen die USA unter Druck. Nun soll Washington an einem Plan arbeiten, der auch für Europa weitreichende Folgen hätte.
Wie das "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf nicht namentlich genannte Vertreter aus den USA, Europa und der Ukraine berichtet, wollen die US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff wieder russisches Erdgas nach Europa bringen.
Der Brennstoff soll demnach über bestehende Pipelines durch die Ukraine transportiert werden. Kushner und Witkoff sollen die Idee bereits bei Gesprächen in Moskau und Kiew vorgebracht haben.
Mit zusätzlichen Gaslieferungen soll das Angebot auf dem europäischen Markt steigen. Dadurch erhoffen sich die Befürworter des Plans sinkende Preise.
Die Umsetzung wäre allerdings kompliziert. Denn dem Verkauf russischen Erdgases in Europa stehen Sanktionen entgegen. Deshalb sieht der Vorschlag laut dem Bericht eine besondere Konstruktion vor: Ein amerikanisches Unternehmen soll das russische Gas zunächst kaufen und anschließend an europäische Abnehmer weiterverkaufen.
Ob und wie sich das Vorhaben mit den bestehenden Sanktionen vereinbaren ließe, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Bereits im vergangenen Monat war über den Vorschlag gesprochen worden. Damals wurde er allerdings vorerst auf Eis gelegt. Hintergrund war eine begrenzte Feuerpause im Energiekrieg zwischen Russland und der Ukraine.
Auf Druck von US-Präsident Donald Trump hatte die Ukraine ihre Drohnenangriffe auf russische Raffinerien eingestellt. Weil sich Russland laut dem Bericht nicht an die Vereinbarung hielt, nahm die Ukraine den Beschuss später wieder auf. Das Verhältnis zwischen Washington und Kiew gilt derzeit als angespannt.
Auch bei den Ölpreisen verfolgt die US-Regierung laut dem Bericht einen Kurs, bei dem russische Energielieferungen eine Rolle spielen. Vor rund einem Monat soll sich Trump mit Kremlchef Wladimir Putin darauf verständigt haben, vorerst auf schärfere Sanktionen gegen Russland zu verzichten.
Im Gegenzug sollte Moskau mehr Diesel für den Weltmarkt bereitstellen. Das zusätzliche Angebot soll helfen, den Anstieg der Ölpreise zu bremsen. Für Trump geht es dabei auch um die Spritpreise in den USA. Niedrigere Kosten an den Tankstellen könnten ihm im Vorfeld der US-Zwischenwahlen politisch zugutekommen.