Neue diplomatische Bewegung im Ukraine-Krieg: US-Sondergesandter Steve Witkoff ist nach Russland gereist, um mit Präsident Wladimir Putin über eine mögliche Wiederaufnahme der Friedensgespräche zu beraten. Das Treffen begann im Konstantinpalast in St. Petersburg.
Witkoff brachte dabei konkrete Überlegungen aus Washington mit. "Wir haben einige Dokumente mitgebracht; es handelt sich dabei um Ideen zu verschiedenen Elementen eines möglichen Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine, die Sie in Ruhe durchlesen können."
Der US-Gesandte hatte zuvor unter anderem den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Oslo getroffen. In Russland wollte er nun ausloten, ob die Gespräche zwischen Washington, Moskau und Kiew wieder aufgenommen werden können. Bereits die Diskussion über einen möglichen "nächsten Schritt" bezeichnete Witkoff als "wichtig".
Ob die amerikanischen Vorschläge zu neuen Verhandlungen führen, ist noch offen. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte laut der Nachrichtenagentur Interfax, sämtliche Dokumente würden Putin vorgelegt.
Die Vorschläge "werden vom Präsidenten geprüft werden", versicherte Peskow. Gleichzeitig betonte er, dass "vieles hängt natürlich von den Ukrainern ab, davon, wie bereit sie sind, sich konkret zu einer friedlichen Lösung zu bekennen".
Witkoff zeigte sich laut der russischen Nachrichtenagentur TASS zuversichtlich, dass Putin eine Wiederaufnahme der trilateralen Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA in Betracht ziehen werde.
Auch Putin äußerte sich bei dem Treffen zu den diplomatischen Initiativen der USA. "Ich möchte Ihnen und Präsident Trump für Ihr Interesse an der Lösung der Ukraine-Krise danken", sagte Putin.
Nach Darstellung des Kreml-Chefs gehe es Trump insbesondere darum, weitere Opfer zu verhindern. "Präsident Trump konzentriert sich vor allem aus humanitären Gründen auf diesen Aspekt", erklärte Putin. "In dem kürzlich geführten Telefongespräch betonte er, dass der Konflikt beendet werden müsse, vor allem wegen der Opfer."
Darüber hinaus möchte Putin mit Witkoff über "die Möglichkeit eines Treffens in China" sprechen. Ein Gespräch mit Trump am Rande des APEC-Gipfels im kommenden Monat steht damit ebenfalls zur Diskussion.
Parallel zu den Gesprächen über den Ukraine-Krieg zeichnet sich eine wirtschaftliche Annäherung zwischen Russland und den Vereinigten Staaten ab.
Trump hat laut TASS die Sanktionen für entsprechende Diesellieferungen für sechs Monate aufgehoben. Russland bereitet deshalb mehrere Tanker für den Transport in die USA vor. Der erste soll bereits am Donnerstag auslaufen.
Das Schiff könne 40.000 Tonnen Dieselkraftstoff transportieren. Weitere Transporte seien vorgesehen. "Und dann werden natürlich weitere Lieferungen folgen. Wie zwischen den beiden Staatschefs vereinbart, werden wir den Bedarf der Vereinigten Staaten von Amerika im Rahmen unserer Möglichkeiten decken", erklärte der russische Vizepremier Alexander Nowak.
Witkoff verwies seinerseits auf wirtschaftliche Chancen einer Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington, ohne nähere Einzelheiten zu nennen.
Neben der Ukraine und den Wirtschaftsbeziehungen kam auch die Lage im Nahen Osten zur Sprache. "Wenn Sie dazu bereit sind, würde ich Ihre Einschätzung der Lage im Nahen Osten und im Iran sehr gerne hören", sagte der russische Präsident zu Witkoff.
Anschließend verwies er auf die langjährigen Beziehungen zwischen Moskau und Teheran: "Wie Sie wissen, pflegen wir ein besonderes Vertrauensverhältnis zum Iran und unseren Partnern im Iran, das sich über Jahrzehnte entwickelt hat. Sollten wir etwas tun können, um dieses Verhältnis weiter zu verbessern, werden wir dies gerne tun. Sie kennen unsere Vorschläge in diesem Bereich."