USA sehen Russland im Vorteil

Trump drängt Kiew zu Deal – "Muss diesen Krieg beenden"

Während Donald Trump die Ukraine zu einer Einigung drängt, soll US-Gesandter Steve Witkoff am Mittwoch in Russland über Friedensvorschläge sprechen.
20.10.2026, 22:24
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US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf die Ukraine, den Krieg mit Russland durch eine Einigung zu beenden. Während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Oslo um weitere Unterstützung aus Washington wirbt, soll US-Sondergesandter Steve Witkoff am Mittwoch nach St. Petersburg reisen. Dort will er mit der russischen Führung über mögliche Friedensvorschläge sprechen.

Bei einem Treffen in Oslo kamen Selenskyj sowie die Regierungschefs Norwegens und Finnlands zusammen. Witkoff nahm ebenfalls an den Gesprächen teil. Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre erklärte anschließend, der US-Gesandte werde die Ergebnisse und Vorschläge europäischer und amerikanischer Vertreter nach Russland mitnehmen. Ein Treffen auf Ebene der Staatschefs könnte dadurch vorbereitet werden.

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Finnlands Präsident Alexander Stubb sprach von einem konstruktiven Austausch und meinte, der Friedensprozess sei wieder auf Kurs. Selenskyj erklärte, es gebe unterschiedliche Vorschläge für Sicherheitsgarantien, die Witkoff der russischen Seite vorstellen werde. Darunter seien Garantien nach dem Vorbild von Artikel 5 des NATO-Vertrags. Dieser sieht vor, dass ein Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle betrachtet wird.

Trump sieht Russland im Vorteil

Kiew hofft weiterhin auf Gespräche zwischen den Staatschefs der Ukraine, Russlands und der USA über die entscheidenden Fragen zur Beendigung des Krieges. Doch Trump forderte die Ukraine erneut auf, eine Einigung anzustreben. "Die Ukraine muss diesen Krieg beenden wollen", sagte er vor Journalisten im Weißen Haus. Russland sei eine große Kriegsmaschinerie, die sich stetig vorwärtsbewege und bereits große Gebiete eingenommen habe.

Moskau wolle den Krieg nach Trumps Darstellung ebenfalls beenden. Zuvor hatte Trump Selenskyj vorgeworfen, die Verhandlungen zu erschweren, und vorgeschlagen, die Ukraine solle jemand anderen mit den Gesprächen betrauen. Kiew lehnt die russischen Bedingungen für ein Kriegsende ab. Die Beziehungen zwischen Washington und Kiew haben sich zuletzt weiter verschlechtert, während Trump Sanktionen gegen Russland gelockert hat.

Streit um Waffen und Luftabwehr

Unklar bleibt auch, ob die Ukraine weitere dringend benötigte Abfangraketen für ihre Patriot-Luftabwehr erhält. US-Außenminister Marco Rubio räumte ein, dass eine von europäischen Staaten gekaufte Lieferung möglicherweise noch nicht angekommen sei.

Zugleich bestritt er, dass Washington die Unterstützung absichtlich einschränke. Ein Insider erklärte Reuters, dass die meisten Waffenlieferungen über das europäisch finanzierte US-Beschaffungsprogramm PURL weiterliefen.

Neue ukrainische Anfragen für Patriot-Abfangraketen seien allerdings vom US-Verteidigungsminister Pete Hegseth noch nicht genehmigt worden. Unterdessen setzte Russland seine Angriffe auf ukrainische Städte und Energieanlagen fort. Nach ukrainischen Angaben wurden in der Nacht Stromanlagen in sieben Regionen getroffen.

Auch in der westukrainischen Region Lwiw und in Kiew gab es weitere Angriffe auf Energieinfrastruktur. Russland meldete seinerseits Angriffe auf Frachtschiffe und Logistikzentren in der Ukraine. Die gegenseitigen Angriffe auf Energieanlagen dauern damit trotz Trumps Appellen an, solche Ziele zu verschonen.

red, 20.10.2026, 22:24